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Themen - Forexperts

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COVID19 CORONA Wirtschaft / Wichtige Maßnahmen für Corona
« am: März 30, 2020, 16:04:38 Nachmittag »
Wichtige Maßnahmen für Corona - das ändert sich für Verbraucher im April beim Geld



Auch in der Corona-Krise dreht sich das Rad der Justiz weiter – im April müssen sich Verbraucher auf neue Gesetze und Regelungen einstellen. Viele Pandemie-Übergangsregeln sollen zudem für Erleichterung im Geldbeutel bei kurzfristigen Einkommenseinbußen oder unverhoffter Arbeitslosigkeit sorgen.

1. Hartz IV gibt es ab jetzt erst einmal ohne Prüfung
Jobcenter verzichten bei einem Hartz-IV-Antrag ein halbes Jahr lang auf die Prüfung des Vermögens und der Höhe der Wohnungsmiete der Betroffenen.

Hartz-IV-Empfänger müssen auch nicht mehr persönlich bei ihrem Jobcenter vorsprechen, sondern können in der Regel einfach anrufen. Anträge auf Arbeitslosengeld können telefonisch oder online gestellt werden.

2. Kündigungsschutz für Mieter wird ab April ausgeweitet
Derzeit kann ein Vermieter das Mietverhältnis kündigen, wenn zwei Monate in Folge keine Miete gezahlt wird. Wegen der Corona-Krise sind Kündigungen jetzt aber verboten, wenn Einkommensausfälle dazu führen, dass der Mieter seine Miete nicht zahlen kann. Gelten soll dies zunächst für Mietschulden aus dem Zeitraum vom 1. April bis 30. Juni 2020. Die Bundesregierung besitzt aber die Ermächtigung, den Zeitraum der Maßnahmen bis zum 30. September 2020 zu verlängern.

Die Verpflichtung der Mieter zur Zahlung der Miete bleibt grundsätzlich aber bestehen, sie wird nur aufgeschoben. Die Zahlungsrückstände müssen spätestens nach zwei Jahren – also bis zum 30. Juni 2022 – beglichen werden. Ansonsten kann der Vermieter dem Mieter deswegen kündigen.

3. Eigentümer können ihr Darlehen für drei Monate pausieren
Viele Immobilieneigentümer bundesweit stottern Monat für Monat ihren Kredit ab. Für einige Darlehensnehmer, denen aufgrund der Corona-Krise Einkünfte wegfallen, kann es nun eng werden. Die Bundesregierung hat daher beschlossen, dass es eine gesetzliche Stundungsregelung geben soll. Sie sieht vor, dass alle Verbraucherdarlehensverträge, die vor dem 15. März 2020 abgeschlossen wurden, für maximal drei Monate pausiert werden können. Das umfasst sowohl die Rückzahlungs-, Zins-, als auch Tilgungsleistungen, die zwischen dem 1. April 2020 und dem 30. Juni 2020 fällig werden.

Voraussetzung: Der Eigentümer kann belegen, dass er durch die COVID-19-Pandemie Einnahmeausfälle hat – und das weitere Abbezahlen des Kredits dazu führen würden, dass ein angemessener Lebensunterhalt gefährdet ist.

4. Kinderzuschlag ab 1. April 2020: Das ist neu
Mit den vom Bundeskabinett beschlossenen Corona-Hilfen haben Eltern mit Verdienstausfällen ab April einen erleichterten Zugang zum Kinderzuschlag (KiZ). Der Kinderzuschlag unterstützt Familien, in denen der Verdienst der Eltern nicht für die gesamte Familie reicht. Für den "Notfall-KiZ" werde die Berechnungsgrundlage deutlich verkürzt, sagte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) am Montag in Berlin. Vermögen sollen für einen befristeten Zeitraum nicht berücksichtigt werden. „Für viele Familien im Land sind Verdienstausfälle derzeit eine existenzielle Sorge“, so Giffey.

Bisher galt das Durchschnittseinkommen der letzten sechs Monate als Berechnungsgrundlage für den Kinderzuschlag. Ab dem 1. April muss nur das Einkommen des letzten Monats vor der Antragstellung nachgewiesen werden. Diese Regelung gilt zunächst bis Ende September.

5. Kitabeiträge sind im April in einigen Bundesländern ausgesetzt
Eltern in Nordrhein-Westfalen müssen im April keine Beiträge für die Betreuungseinrichtungen ihrer Kinder bezahlen. Sämtliche Elternbeiträge für Kindertagesstätten, Tagespflege und den offenen Ganztag für den kommenden Monat würden landesweit ausgesetzt, sagte NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) am Donnerstag in Düsseldorf. Dies hätten die zuständigen Landesministerien mit den kommunalen Spitzenverbänden beschlossen. Ähnliche Regelungen gibt es bereits in mehreren anderen Bundesländern wie in Sachsen und Thüringen. Eltern sollen Kindergarten- und Hortbeiträge erstattet bekommen, wenn die Kinder nicht betreut werden können.

Auch in vielen niedersächsischen Städten und Kommunen sowie in Baden-Württemberg müssen Eltern wahrscheinlich für April keinen Kita-Beitrag zahlen - und Schleswig-Holstein will die Gebühren ebenfalls rückerstatten. Die Kommunen sollen dafür 50 Millionen Euro aus dem Corona-Soforthilfeprogramm erhalten. Das Land Sachsen-Anhalt kündigte an, nur solchen Eltern bei den Kitabeiträgen finanziell zu helfen, die besonders hart von den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie betroffen sind.

6. Berliner Humboldt-Universität bietet ab April kostenlose Rechtsberatung bei Corona-Streitfällen
Ausgefallene Flüge, Erstattung von Tickets, Streit um die Miete: Verbraucherrechts-Berater der Berliner Humboldt-Universität bieten ab April auch kostenlose Ratschläge in der Coronakrise an. Angenommen werden Fälle mit einem Streitwert von bis zu 1000 Euro im Verbraucherrecht und bis zu 5000 Euro im Wohnraummietrecht, teilte die HU Verbraucherrechts-Stelle am Donnerstag mit. Interessierte könnten ihren Fall dann für eine Vorprüfung an die Adresse hclc@rewi.hu-berlin.de mailen. Das Team berate im Rahmen seiner Kapazitäten.

Im Service der HU-Rechtswissenschaften arbeiten Studierende, die von ausgebildeten Volljuristen geschult und unterstützt werden. Dadurch können sie erste berufliche Erfahrungen sammeln.

7. Änderung: Neue Regeln für Bafög-Rückzahler gelten ab April
Ab April 2020 gelten für Bafög-Rückzahler neue Regeln. Wer vor August 2019 Bafög erhalten hat, konnte sich bis zum 29. Februar 2020 zwischen dem alten und dem neuen Weg entscheiden. Für alle anderen gelten die neuen Regeln automatisch. Das teilte das Deutsche Studentenwerk (DSW) mit. Doch was hat sich bei der Rückzahlung nun konkret geändert?

Nach der alten Regelung mussten Bafög-Empfänger ihre Förderung mit einer Rate von maximal 105 Euro pro Monat zurückzahlen. Die maximale Rückzahlungssumme lag bei 10.000 Euro. Im Unterschied dazu besagt die neue Regelung, dass Geförderte maximal für 77 Monate 130 Euro im Monat einkommensabhängig zurückzahlen müssen. Das sind insgesamt maximal 10.010 Euro.

Doch keine Sorge: Alle, die wegen eines zu geringen Einkommens niedrigere Rückzahlungsraten als 130 Euro pro Monat beantragen, werden nach 77 Monatsraten ebenfalls schuldenfrei sein, erklärt das Studentenwerk. Das gilt auch, wenn insgesamt weniger als 10.010 Euro zurückgezahlt wurden. Wer die 77 Tilgungsraten trotz nachweisbarem Bemühen und Mitwirkung binnen 20 Jahren nicht zurückzahlen kann, dem werden die dann noch bestehenden Schulden erlassen.

8. Änderung: Fliegen wird teurer
Nicht nur auf dem Frankfurter Flughafen reiht sich derzeit Flugzeug an Flugzeug. Wegen der Corona-Krise bleibt ein Großteil der Maschinen derzeit am Boden. Dennoch tritt zum 1. April 2020 eine neue Regelung in Kraft, die Fliegen unattraktiver machen soll. Der Grund: Fliegen ist besonders klimaschädlich. Die Steuern auf Flugtickets steigen deswegen im neuen Monat.

◆ Die Luftverkehrsteuer für Flüge im Inland und in EU-Staaten verteuert sich um mehr als 5 Euro auf 13,03 Euro pro Ticket,
◆ für längere Flüge wird sie bis 6000 Kilometer um knapp 10 Euro auf 33,01 Euro angehoben.
◆ Bei noch weiteren Flügen sollen 59,43 Euro fällig werden, etwa 18 Euro mehr als bislang.

Airlines schlagen diese Steuer wohl zumindest teilweise auf die Flugpreise auf.

9. Änderung: Der Mindestlohn im Baugewerbe steigt
Noch wird in Deutschland zwar fleißig gebaut, aber auch die Baubranche spürt den aktuellen Sinkflug der Wirtschaft durch die Corona-Pandemie. Doch weil der Bau jahrelang boomte und die Umsätze wuchsen, gibt es zum 1. April für mehr als 200.000 der bundesweit rund 820.000 Bau-Beschäftigten im Baugewerbe mehr Geld.

Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe sowie der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie hatten sich mit der IG BAU auf steigende Lohnuntergrenzen für die Branche verständigt.

◆  Demnach klettert der Mindestlohn für Hilfsarbeiten von April an um 35 Cent auf 12,55 EurDemnach klettert der Mindestlohn für Hilfsarbeiten von April an um 35 Cent auf 12,55 Euro pro Stunde.
◆  Der Mindestlohn für Facharbeiter in Westdeutschland und Berlin erhöht sich dann um 20 Cent auf 15,40 Euro beziehungsweise 15,25 Euro.
◆  In den ostdeutschen Flächenländern gibt es diesen Facharbeiter-Mindestlohn am Bau nicht.o pro Stunde.

Die neuen Mindestlöhne sind bis Ende 2020 gültig. Laut IG BAU wird etwa jeder fünfte Bauarbeiter nach dem branchenspezifischen Mindestlohn bezahlt. Die meisten Beschäftigten bekommen mehr Geld: Die Stundenlöhne in den tarifgebundenen Bau-Betrieben beginnen bei 13,77 Euro im Osten und 16,54 Euro in Westdeutschland.

10. Monheim am Rhein führt ab April kostenlosen Nahverkehr ein
In Monheim am Rhein können ab dem 1. April alle Einwohner kostenlos mit dem Bus fahren. Die Kleinstadt zwischen Leverkusen und Düsseldorf wird damit die einzige Kommune in Nordrhein-Westfalen, in der die Bürger für den Öffentlichen Nahverkehr nichts mehr bezahlen müssen. Die Stadt plant nach eigenen Angaben, dafür jährlich knapp dreieinhalb Millionen Euro auszugeben.

Während Menschen, die nicht in Monheim wohnen, weiterhin Tickets kaufen müssen, haben die mehr als 43.000 Einwohner den sogenannten Monheim-Pass erhalten, der als Fahrschein innerhalb der Stadt fungiert und zudem gratis Einlass in die Stadtbibliothek gewährt. Wer etwa in die benachbarten Großstädte Köln und Düsseldorf fährt, zahlt künftig nur noch knapp die Hälfte. Die Entscheidung sei "ganz klar Klimaschutz-motiviert", sagte Bürgermeister Daniel Zimmermann der Deutschen Presse-Agentur. Beim Ziel, den CO2-Ausstoß der Stadt bis 2030 deutlich zu reduzieren, sei der Verkehr eine wichtige Säule - "und da haben wir bisher noch keine Einsparung erreicht".

Feiertage im April 2020
Im April 2020 gibt es drei Feiertage beziehungsweise zwei gesetzliche Feiertage:

10. April - Karfreitag, gesetzlicher Feiertag
12. April - Ostersonntag
13. April - Ostermontag, gesetzlicher Feiertag

Zudem wird auch der 20. April 2020 für viele Menschen in Deutschland eine große Bedeutung haben: Bis dahin soll das derzeitige Kontaktverbot laut Bundesregierung gelten.

Quelle: www.focus.de


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COVID19 CORONA Wirtschaft / Deutschland steht vor einer tiefen Rezession
« am: März 30, 2020, 14:02:42 Nachmittag »
Deutschland steht vor einer tiefen Rezession

Geschäfte geschlossen, Fabriken gestoppt, Lieferketten unterbrochen. Wie sehr trifft die Coronakrise die deutsche Wirtschaft? Ein Sondergutachten der Wirtschaftsweisen gibt kaum Anlass zu Optimismus.



Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung geht davon aus, dass die Corona-Pandemie die Weltwirtschaft stark beeinträchtigen wird. Wie stark der Abschwung in den Jahren 2020 und 2021 ausfallen wird, hängt nach Einschätzung der sogenannten Wirtschaftsweisen von der Entwicklung in den kommenden Wochen ab: Wie lange und in welchem Ausmaß die einschränkenden, gesundheitspolitischen Maßnahmen anhalten und wie schnell es danach zu einer Erholung kommt.

In den beschriebenen Szenarien beendet die Ausbreitung des Coronavirus die sich abzeichnende konjunkturelle Erholung abrupt, sodass eine Rezession im ersten Halbjahr 2020 in Deutschland nicht zu vermeiden sein wird. Im Basisszenario erwartet der Sachverständigenrat für das Jahr 2020 ein durchschnittliches Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in Höhe von minus 2,8 Prozent. 2021 könnte das BIP dann wieder um 3,7 Prozent steigen.

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung geht davon aus, dass die Corona-Pandemie die Weltwirtschaft stark beeinträchtigen wird. Wie stark der Abschwung in den Jahren 2020 und 2021 ausfallen wird, hängt nach Einschätzung der sogenannten Wirtschaftsweisen von der Entwicklung in den kommenden Wochen ab: Wie lange und in welchem Ausmaß die einschränkenden, gesundheitspolitischen Maßnahmen anhalten und wie schnell es danach zu einer Erholung kommt.

In den beschriebenen Szenarien beendet die Ausbreitung des Coronavirus die sich abzeichnende konjunkturelle Erholung abrupt, sodass eine Rezession im ersten Halbjahr 2020 in Deutschland nicht zu vermeiden sein wird. Im Basisszenario erwartet der Sachverständigenrat für das Jahr 2020 ein durchschnittliches Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in Höhe von minus 2,8 Prozent. 2021 könnte das BIP dann wieder um 3,7 Prozent steigen.

An erster Stelle stehe der Schutz der Gesundheit und damit das Ziel, Erkrankte gut zu versorgen und die Ausbreitung des Virus effektiv zu begrenzen. Dazu sollten dem Gesundheitssystem hinreichende finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden und personelle Reserven sowie Notkapazitäten aktiviert werden.

Aber auch die Aufklärung der Bevölkerung über das weitere Vorgehen sei extrem wichtig, betont Feld. "Eine klar kommunizierte Normalisierungsstrategie kann die Erwartungen der Unternehmen und Haushalte stabilisieren und die Unsicherheit verringern." Eine klare Kommunikation trage zudem zur Beruhigung der Akteure auf den Finanzmärkten bei. Sendeten die Mitgliedstaaten des Euroraums ein klares Signal, bei Bedarf zusätzliche fiskalische Ressourcen über bereits bestehende Instrumente wie den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) ab sofort zur Verfügung zu stellen, können sie die Erwartungen auf den Finanzmärkten stabilisieren.

Quelle:  www.spiegel.de

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COVID19 CORONA Wirtschaft / Knifflige Situation für den Immobilienmarkt
« am: März 30, 2020, 11:11:27 Vormittag »
Corona-Krise
Knifflige Situation für den Immobilienmarkt


Das Virus hat alle Bereiche unseres Lebens erfasst. Sogar ein Ende des zehnjährigen Immobilien-Booms in Deutschland scheint nun denkbar. Mieter, Vermieter und Häuslebauer stehen vor großen Herausforderungen.

Die Mehrheit der Experten ist sich Ende März 2020 sicher: Die Corona-Krise wird auch den Immobiliensektor belasten. Der Trend der scheinbar ewig währenden Preis- und Mietsteigerungen wird sich so nicht fortsetzen. Die Pandemie erwischt die Branche mitten im Höhenflug: Im vierten Quartal 2019 legten die Preise für Wohneigentum laut dem Statistischen Bundesamt landesweit noch einmal um 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. In Ballungsräumen wie München, Stuttgart, Frankfurt oder Düsseldorf verteuerten sich Eigentumswohnungen sogar nochmal um knapp zehn Prozent.

Das dürfte sich angesichts der Verwerfungen der Corona-Pandemie wohl kaum fortsetzen. Michael Voigtländer, Immobilienexperte am Institut der deutschen Wirtschaft (IW) sieht dafür klare Signale: "Besichtigungen finden kaum statt, und viele Käufer halten sich zurück, weil sie um ihre Jobs bangen oder schrumpfende Einkommen erwarten." Voigtländer erwartet eine Stagnation der Immobilienpreise oder leichte Rückgänge. Günter Vornholz, Professor für Immobilienökonomie an der Bochumer EBZ Business School, beurteilt die Situation ähnlich: "Wer nicht muss, kauft in der Krise keine Immobilie oder verschiebt den Umzug in eine größere Wohnung." Ein Anstieg von Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit senke den Spielraum für die Miete. Bei Immobilienkäufern komme dazu, dass Menschen mit Aktien im jüngsten Börsencrash viel Geld verloren hätten - das fehle nun zum Wohnungskauf.


Das ersehnte Eigenheim ist derzeit kaum erschwinglich

Die Immobilienplattform Scout24 erkennt derzeit dagegen noch keine grundsätzliche Wende bei den Interessenten: "Wir sehen grundsätzlich kein Fragezeichen am Immobilienmarkt", so Vorstandschef Tobias Hartmann am Donnerstag bei der Präsentation der Jahresbilanz. Im Vergleich zu allen anderen europäischen Ländern seien die Fundamentalwerte in Deutschland unverändert positiv. Immobilien zählten zu den beliebtesten Geldanlagen. "Dementsprechend wird der Motor wieder anspringen."

Viel dürfte davon abhängen, wie lange ein "Shutdown" andauert, der die Ausbreitung des Virus' in Deutschland verlangsamen soll. Bereits jetzt aber stehen alle Beteiligten vor wichtigen Fragen und Herausforderungen.

Mieter etwa sind potenziell in einer prekären Lage: Wer bei einem längeren Shutdown auf Kurzarbeitergeld gesetzt wird oder gar seinen Arbeitsplatz verliert, muss noch höhere Anteile seiner Einkünfte für die Wohnung aufwenden. Insgesamt rechnen Experten wie Voigtländer auch damit, dass Einkommen nach der Krise weniger stark steigen werden als zuvor. Aus Sicht der Mieter mildern zwei Aspekte aber die persönliche Krise ab: Neue Vorschriften zum Mieterschutz sorgen dafür, dass Mietrückstände wegen der Corona-Krise nicht mehr zur Kündigung des Mietverhältnisses genutzt werden können. Und das Potenzial für Mietsteigerungen in den kommenden Jahren dürfte begrenzt sein.

Für Vermieter sind umgekehrt die Steigerungen auf der Einnahmenseite in den kommenden Jahren sicherlich begrenzt. Das Institut für Stadt-, Regional- und Wohnforschung (Gewos) rechnet mit Mietausfällen und Liquiditätsengpässen, die vor allem Privatvermieter und kleinere Eigentümer treffen werden. Die Gewo rechnet damit, dass der Immobilienmarkt unter Corona stärker leiden wird als unter der globalen Finanzkrise ab 2008. Damals brachen die Käufe um zwölf Prozent ein.

Nicht nur kleine Vermieter dürften unter der Stagnation auf dem Mietmarkt leiden, sondern auch die großen: Immobilienkonzerne müssen ihre Einnahmen-Prognosen kräftig nach unten korrigieren. LEG Immobilien etwa verzichtet demonstrativ zunächst auf Mieterhöhungen oder Kündigungen. Vonovia hat gleiches angekündigt und die Deutsche Wohnen, größter privater Vermieter in Berlin, hat sogar einen 30-Millionen-Euro-Fonds aufgelegt, der Mieter unterstützen soll, die besonders von der Corona-Krise betroffen sind. Immobilienkonzerne, die auf Gewerbekunden spezialisiert sind, wie Aroundtown, haben an der Börse deshalb kräftig an Wert verloren. Ihre Gewinnprognosen haben die meisten der Konzerne bereits zusammengestrichen.

Für Häuslebauer und Immobilien-Interessenten ist die Situation derzeit ebenfalls knifflig. Angesichts drohender Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit erscheinen Immobilienfinanzierungen deutlich riskanter. Wer kann, dürfte mit der Kaufentscheidung warten, bis sich die Lage hier geklärt hat. Einige Finanzierungen dürften deshalb auch auf der Kippe stehen. Banken werden in den kommenden Monaten wohl noch genauer prüfen, wer sich welche Belastung wirklich leisten kann. Immerhin gibt es einen leichten positiven Effekt der anhaltenden Geldflut durch die Notenbanken, verbunden mit einer schwächelnden Konjunktur: Bauzinsen dürften auf dem rekordniedrigen Niveau bleiben, das sie erreicht haben. Die Belastungen für die privaten Käufer werden sich dabei weiterhin in Grenzen halten. Wer aufgrund der Corona-Krise weniger Einkommen erwartet, kann in vielen Fällen die Tilgung seines Kredites aussetzen oder die Tilgungsrate herabsetzen.

Auch dieNächtliche Großbaustelle mit Kränen Baubranche schaut mit großer Sorge auf die Auswirkungen der Corona-Epidemie. Im Januar hatte der Sektor mit 6,4 Milliarden Euro noch den höchsten Auftragseingang aller Zeiten verzeichnet, wie das Statistische Bundesamt ermittelt hat. Nun versuchen die Unternehmen durch verschärfte Hygienemaßnahmen auf den Baustellen ihre Projekte weiterzuführen. An einigen Baustellen fehlen aber bereits ausländische Fachkräfte, wie der Branchenverband ZDB mitteilte. Auch am Bau stellt sich die bange Frage: Wie lange dauert die Zwangspause wegen Corona?


Nächtliche Großbaustelle mit Kränen

Quelle:  www.tagesschau.de

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COVID19 CORONA News / Corona in NRW: Laschet wendet sich gegen Merkel
« am: März 30, 2020, 00:12:02 Vormittag »
Corona in NRW: Laschet wendet sich gegen Merkel - Polizei platzt der Kragen

Nordrhein-Westfalen ist besonders stark vom Coronavirus betroffen. Die Landesregierung greift mit saftigen Strafen durch. Ministerpräsident Laschet widerspricht nun Kanzlerin wegen Exit-Strategie.



Corona-Lage in NRW: Aktuelle Zahlen - Neuinfektionen wachsen langsamer
Update vom 29. März, 14.19 Uhr: In NRW sind 13.630 Coronavirus-Infektionen registriert. 110 Todesfälle hat es im Zusammenhang mit Covid-19 gegeben (Stand 29. März; 11.30 Uhr), teilt das NRW-Gesundheitsministerium mit. Die Zahl der Neuinfektionen sei, wie wa.de* berichtet unter die 1000er-Schwelle gesunken. Eine positive Nachricht. Für einen Trend müssten jedoch Fallentwicklungen über einen längeren Zeitraum bewertet werden.

Die Polizei Dortmund kündigt an weiter konsequent gegen Verstöße des Kontaktverbots und gegen Raser vorzugehen. Teilweise verhielten sich die Uneinsichtigen resepktlos gegenüber den Beamten. Selbst für „hanebüchene Ausreden“, wie „Wir kommen aus Recklinghausen und hatten Hunger!“ - seien sich einige nicht zu schade gewesen, teilt die Polizei mit. „Wir werden in Zeiten von Corona die leeren Straßen nicht den Angehörigen der Raserszene überlassen“, so Polizeipräsident Gregor Lange in einer Pressemitteilung. Bei 60 Fahrzeug-Kontrollen habe es 23 Anzeigen gegeben.



Corona-Krise in NRW: Armin Laschet fordert Debatte über Exit-Strategie
Update vom 29. März, 9.17 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hält es für wichtig, jetzt schon über die Zeit nach der Corona-Pandemie nachzudenken. Laschet wendet sich damit gegen die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).   

„Der Satz, es sei zu früh, über eine Exit-Strategie nachzudenken, ist falsch", schrieb der CDU-Vize in einem Gastbeitrag für die Welt am Sonntag. „Wir müssen schon jetzt die Zeit in den Blick nehmen, in der die rigiden Maßnahmen erste Wirkung zeigen.“

Merkel hatte am Donnerstag gesagt, es sei noch zu früh, um über eine Lockerung der wegen des Coronavirus verhängten Restriktionen in Deutschland zu sprechen. Laschet betonte dagegen in dem Gastbeitrag: „Jetzt ist die Zeit, Maßstäbe für die Rückkehr ins soziale und öffentliche Leben zu entwickeln, damit auch diese Entscheidung anhand transparenter Kriterien erfolgt."

Während NRW-Ministerpräsident Laschet mit seinem Gastbeitrag indirekt Merkels Umgang mit der Corona-Krise kritisiert, erhält auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn wieder einmal Gegenwind - allerdings aus einer ganz anderen Quelle. Eine Berliner Krankenpflegerin hat Spahn in einem Posting scharf kritisiert - und nicht nur ihn.

Der italienische Präsident sorgte nun dank einer Panne bei einer TV-Ansprache zum Coronavirus für ein Lächeln bei seinen Landsleuten. Unterdessen breitet sich das Coronavirus auch in Russland immer weiter aus.

Corona: NRW greift hart durch, auch ein Roboter soll helfen - 30 neue Todesfälle in 24 Stunden
Update vom 28. März 2020, 19.40 Uhr: Im schwer vom dem Coronavirus betroffenen Bundesland Nordrhein-Westfalen hilft nun ein Roboter in einem Edeka-Markt in Lindlar den Kunden den Abstand an der Kasse einzuhalten und sich vor einer Infektion mit Sars-CoV-2 zu schützen.

„Pepper“, so der Name des Roboters, ist eigentlich ein Pflegeroboter. Seit Mittwoch steht er im Kassenbereich der Filiale und wirbt unter anderem für Rücksichtnahme, Solidarität untereinander und rät von Hamesterkäufen ab.


In Lindlar (NRW) hilft ein Roboter an der Kasse den Kunden dabei den Mindestabstand einzuhalten.© dpa / Markus Klümper

Update vom 28. März 2020, 12.51 Uhr: Nach aktuellen Angaben des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministeriums wurden inzwischen 12.744 Infektionen registriert, 105 Menschen sind in NRW in Folge einer Infektion verstorben (Stand: 11.30 Uhr). Damit sind seit gestern 30 Menschen gestorben und es wurden über 1200 neue Infektionen gemeldet.

Unter dem Motto „Mit der Stärke jedes Einzelnen schwächen wir das Virus“ und mit dem Hashtag #NRWkanndas gehen die Behörden jetzt mit Bürgerinformationen noch mehr in die Offensive.

Unterdessen sind am Morgen bereits die ersten Flugzeuge der Bundeswehr in Italien gelandet, die schwerkranke Patienten nach NRW holen sollen. Zusätzlich zu zehn Erkrankten aus Italien, wird NRW auch vier Patienten aus Frankreich aufnehmen. Sie sollen in verschiedenen Kliniken des Landes versorgt werden.   

Die Polizei hat in NRW in der Nacht auf Samstag unterdessen mehrere Verstöße gegen das Kontaktverbot festgestellt, unter anderem bei Fahrzeugkontrollen - besonders die Raserszene scheint sich uneinsichtig zu zeigen:



Für die positiven Rückmeldungen aus der Bevölkerung bedankt sie sich jetzt in einem eigenen Tweet:



Coronavirus in NRW: Nationalspieler unterstützt schwer betroffene Stadt Heinsberg
Update 22.25 Uhr: Ein Ort in Nordrhein-Westfalen hat es in der Corona-Krise besonders schwer. Die Kreisstadt Heinsberg ist mit über 1150 Infizierten am stärksten betroffen und bekommt nun unverhofft Hilfe aus England. Nationalspieler und Manchester-City-Star lkay Gündogan, der in Gelsenkirchen geboren wurde, unterstützt die Gemeinde intensiv.

Mit privaten Spenden finanziert der 29-Jährige einen Einkaufsservice für Bedürftige und Dankeschön-Paketen für das Pflegepersonal auf den Intensivstationen der Heinsberger Krankenhäuser mit. „Ich habe in Manchester die Nachrichtenlage in Deutschland intensiv verfolgt. Bei mir hängen geblieben sind dabei die Bilder aus dem besonders stark betroffenen Landkreis Heinsberg. Deshalb wollte ich genau dort eine Hilfsaktion starten, wo die Not am größten ist“, sagte der Mittelfeldspieler.



Coronavirus in NRW: Nationalspieler unterstützt schwer betroffene Stadt Heinsberg
Gündogan rief die Aktion in Zusammenarbeit mit dem Fußball-Verband Mittelrhein, dem Kreis Heinsberg, einem Amateurverein sowie einem Supermarkt in Birgden ins Leben. FVM-Präsident Bernd Neuendorf sprach allen Beteiligten seinen Dank aus: „Ilkay Gündogan ist offensiv mit der Idee auf den DFB und den FVM zugegangen. Ich finde es super, dass wir mit dieser Aktion eine Brücke zwischen Fußballprofis, den Fußballern in den Amateurvereinen und allen Menschen im Fußballkreis Heinsberg, die von der Corona-Pandemie besonders stark betroffen sind, schlagen können.“

Update 20.15 Uhr: Nordrhein-Westfalen schließt sich Bundesländern wie Thüringen oder Hamburg an und nimmt Corona-Patienten aus Italien und Frankreich auf. In den kommenden Tagen sollen 14 Betroffene auf den Krisenregionen nach NRW gebracht werden. Mehrere Kliniken werden dabei insgesamt zehn Personen aus Italien sowie vier weitere aus Frankreich aufnehmen, wie die Staatskanzlei am Freitag mitteilte. Die italienischen Infizierten würden von der Luftwaffe in das Bundesland geflogen.

Coronavirus in NRW: Laschet bot italienischem Botschafter Unterstützung an
Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) äußerte sich dazu in einer Mitteilung: „Gerade unsere Freunde in Italien brauchen in diesen Tagen unsere Solidarität. Mit der Aufnahme der Patienten wollen wir signalisieren: Ihr seid nicht allein.“ Laschet habe dem italienischen Botschafter die Hilfe unter der Woche angeboten. Aus Frankreich erreichte die Landesregierung ein Hilfsgesuch.

Wie das Auswärtige Amt am Donnerstag berichtete, hatten verschiedene Bundesländer Zusagen zur Behandlung von 47 Intensivpatienten gegeben, unter ihnen auch NRW. In anderen Bundesländern werden bereits italienische und französische Intensivpatienten behandelt.

Update 16.10 Uhr : Was Armin Laschet bereits in seiner Pressekonferenz gesagt hatte, bestätigte auch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales. Demnach gibt es in Nordrhein-Westfalen aktuell 11.523 Infizierte, was einem Ansteig von 651 entspricht. Die Zahl der Todesopfer ist um drei auf 85 gestiegen.

Unterdessen hat ein 38-Jähriger Mann aus Nordrhein-Westfalen hat ein Strafverfahren wegen Körperverletzung am Hals

Coronavirus in NRW: Mann hustet andere an - Strafverfahren wegen Körperverletzung läuft
Der Mann sei am Donnerstag in Brilon aggressiv aufgetreten und habe sich über eine kurzzeitig unbesetzte Kasse aufgeregt. Dies erklärte die Polizei am Freitag. Ein 24-Jähriger habe bei dem Vorfall versucht, den Mann zu beruhigen. Dabei sei er dann mit den Worten „Ich habe Corona“ angehustet worden.

Ob der 38-Jährige tatsächlich mit dem Coronavirus infiziert ist, müsse nun das Gesundheitsamt des Hochsauerlandkreises prüfen, sagte ein Polizeisprecher.

Auch in Gütersloh wurden Menschen absichtlich angehustet. In der Fußgängerzone habe ein 52 Jahre alter Rollstuhlfahrer am Donnerstagmittag mehrere Menschen grundlos bedrängt. Die 57-Jährige, die er zuerst belästigte und anhustete, verständigte die Polizei. Für den Gütersloher zieht das ein Strafverfahren wegen Körperverletzung nach sich.

Update 12.27 Uhr: Der Landrat des Kreis Heinsberg informiert darüber, dass man aktuell „leicht optimistisch“ sei. Die Fallzahlen würden im Kreis Heinsberg nicht exponentiell steigen.

Update 12.21 Uhr: Die Studie solle einem zeitlichen Rahmen von zwei Wochen einnehmen. Der Landkreis Heinsberg sei eine Chance für ganz Deutschland, um Schlüsse darüber zu ziehen, wie man das Virus eindämmen könne.

Update 12.15 Uhr: Wie man langfristig mit dem Virus umgehen könne, darüber berichtet nun Virologe Professor Hendrik Streeck. Es gehe darum, wie man die nächsten Jahre mit dem Virus angehe und wie man das Virus eindämmen könne. Um Informationen zu sammeln, werde man im Kreis Heinsberg eine Studie durchführen. Der Virologe bittet die Einwohner daher um Mithilfe und Verständnis. Es gehe unter anderem auch um Dunkelziffern. NRW-Ministerpräsident meint hierzu, dass es keinen geeigneteren Ort als Heinsberg gebe, um eine Studie zum Coronavirus Sars-CoV-2 durchzuführen. Ziel sei, wissenschaftlich fundiert herauszufinden, welche Maßnahmen sinnvoll sind, um die Bürgerinnen und Bürger optimal zu schützen, so Laschet.

Update 12.12 Uhr: Nun spricht Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. In NRW gebe es aktuell 11.523 Infizierte und 85 Todesfälle. 307 Menschen befinden sich aktuell auf Intensivstationen. Weiter sagte Herr Laumann, dass man Versuche die Bettenzahl für den Notfall versuche aufzustocken.

Pressekonferenz in Heinsberg: Laschet: „Die Lage ist weiterhin sehr ernst“
Update 12.05 Uhr: Die Maßnahmen in NRW würden greifen, so Laschet. „In einer solchen Krise war Nordrhein-Westfalen noch nie“, so Laschet und spricht damit vor allem auch den schwer betroffenen Kreis Heinsberg an. Man habe 800.000 Schutzartikel erhalten, sagte er weiter.

Update 12.03 Uhr: „Die Lage ist weiterhin sehr ernst“, so Armin Laschet. Es gehe um Leben und Tod. Erstes Ziel, das Laschet anspricht: Die Verbreitung des Virus zu verlangsamen. Des Weiteren wolle man die Kliniken so freizuhalten, dass an einem Tag „X“ alles verfügbar sei, was zur Verfügung stehe. Auch spricht er nun an, wie es aus der Krise herausgehen soll.

Update 11.50 Uhr: Um 12 Uhr wird NRW-Ministerpräsident Armin Laschet ein Pressebriefing zur aktuellen Situation geben. Wir berichten live.

NRW schlägt in Geheimpapier Alarm: Corona-Kollaps droht - Abi-Entscheidung endgültig getroffen
Update 10.14 Uhr: In der Gemeinde Menden im Sauerland (Märkischer Kreis) wird nun zu strikteren Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 gegriffen. Wie die „Bild“-Zeitung berichtet (Artikel hinter Bezahlschranke), sollen dort nun Infizierte, die sich nicht an die Quarantäne halten, eingesperrt werden.

In einer Sporthalle stehen hierfür nun 20 Feldbetten bereit. Der erste Stadt-Beigeordnete, Sebastian Arlt, sagte hierzu: „Wir wollen abschrecken, aber auch alle Unbescholtenen wirksam schützen.“ Die beiden Paragrafen 28 und 30 des Infektionsschutzgesetzes würden diese Maßnahmen regeln und auch fordern.

Grund für diese Maßnahmen sei, dass bisher jeder fünfte, der in der Gemeinde unter Quarantäne stand, bei Kontrollen nicht angetroffen worden sei. Weiter Verstöße würden nun deshalb zu einer Zwangsquarantäne führen. Arlt sagte weiter, dass er sich vorstellen könnte, dass weitere Städte und Kreise ähnliche Maßnahmen ergreifen werden.

Coronavirus in NRW: Krisenstäbe der Kommunen warnen
Geheimen Berichten zufolge, die der „Bild“-Zeitung vorliegen sollen, schrumpfen außerdem die Schutzausrüstungsbestände dramatisch. Darin heißt es unteranderem: „Erste Schließungen von Pflegeeinrichtungen sind bereits angekündigt, wenn nicht bald Nachschub erfolgt.“ Droht in Nordrhein-Westfalen der erste Kollaps?

Die Krisenstäbe der Kommunen warnen: „Es ist kurzfristig der Ausfall der systemkritischen Infrastruktur zu befürchten, sollte die Lieferung von fehlendem Schutzmaterial weiterhin ausbleiben. Alle Städte und Kreise melden Probleme bei der Beschaffung von Schutzausrüstung und Desinfektionsmitteln.“

Auch habe sich immer mehr medizinisches Personal in den Kliniken angesteckt und Kapazitäten für beatmungspflichtige oder Intensiv-Patienten werde schnell ausgeschöpft sein.

Corona in NRW: Abiturprüfungen verschoben
Update 10.05 Uhr: Die Abiturprüfungen in NRW werden verschoben. Die Hauptprüfungen sollen erst am 12. Mai beginnen, teilte am Freitag die Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) mit.

Update vom 27. März, 9.30 Uhr: Am Donnerstagabend stellte sich NRW-Ministerpräsident Armin Laschet Zuschauerfragen zur Corona-Krise im WDR. Darin sagte er auch, dass jeder durch die Corona-Krise Verluste erleiden werde.

Auch äußerte sich Laschet am Donnerstag zum Thema „Atemschutzmasken“. „Wir haben uns in Nordrhein-Westfalen bisher 113.000 Masken schon organisiert, die dann über das Deutsche Rote Kreuz ausgeliefert worden sind.“ Seine Hoffnung sei, dass weitere Lieferungen, die man bestellt habe, in der kommenden Woche auch eintreffen. „Bestellung gibt es für fast fünf Millionen Masken - aber wir müssen hinterher sein“, so Laschet weiter. Es gebe einen weltweiten Kampf. „Und wir sind in dem Kampf dabei und versuchen so schnell wie möglich Masken zu bekommen.“

Als „absurd“ bezeichnete er es, dass der Stoff für die Atemschutzmasken in Deutschland hergestellt werden, die Masken dann jedoch in China produziert würden, „weil es da ein paar Cent billiger“ sei. Dies werde man nach der Krise auf den Prüfstand stellen, so Laschet weiter.

Coronavirus in NRW: Über 10.800 Infizierte - Laschet mit Warnung:  „Sind nicht über den Berg“
Update, 20.32 Uhr: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hat sich zu der Diskussion über ein Ende der Corona-Beschränkungen geäußert: „Verabredet ist der Zeitpunkt nach den Osterferien“, sagte Laschet am Donnerstagabend (26. März) in der ARD. Zu diesem Zeitpunkt müsse man etwa über die Schulschließungen entscheiden, erklärte er weiter. Allerdings mahnte der Politiker auch, dass man nicht zu schnell über ein Ende der Maßnahmen nachdenken dürfe. „Wir sind nicht über den Berg“, warnte Laschet.

Coronavirus in NRW: Über 10.800 Infizierte - Neue Zahlen veröffentlicht
Update, 18.25 Uhr: Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales hat neue Fallzahlen für den Donnerstag (26. März, Stand 10 Uhr) veröffentlicht: In Nordrhein-Westfalen sind inzwischen 10.872 Menschen infiziert. Die Zahl der am Coronavirus gestorbenen Menschen nimmt ebenfalls zu - inzwischen gibt es 82 Todesopfer.

Den aktuellen Zahlen hängt das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales in Nordrhein-Westfalen noch eine Erklärung an. „Die hier aufgelisteten Zahlen basieren auf aktuellen behördlichen Meldungen, die das Ministerium erreichen. Dies kann auf der einen Seite dazu führen, dass vor Ort bereits bestätigte Fälle bekannt sein können, die noch nicht in der Liste auftauchen“, heißt es darin.

Aufgrund der im Infektionsschutzgesetz festgelegten Meldewege könne dies auch dazu führen, „dass das Ministerium bereits Infektionszahlen erfasst hat, bevor diese das Robert-Koch-Institut in Berlin erreicht haben“, so die Erklärung weiter.

Coronavirus in NRW: Mehr als 10.000 Infizierte - NRW-Innenminister warnt vor „Enkeltrick in weißen Kitteln“
Update 12.37 Uhr: Wie vom NRW-Innenminister Herbert Reul in der Pressekonferenz am Mittwochmittag angesprochen, meldet die Polizei in Gummersbach eine Hand-kräftige Auseinandersetzung um Toilettenpapier in einem Supermarkt in Bergneustadt. Dabei hinderte die Verkäuferin eine 54-jährige Frau daran mehrere Pakete Toilettenpapier zu kaufen. Darauf hingewiesen, nur ein Paket kaufen zu sollen, setzte sich die Frau auf das Kassenband. Die scheinbar verwirrte Frau weigerte sich, das Gelände des Supermarkts zu verlassen und musste von der Polizei abgeführt werden.

Update 12.21 Uhr: Der NRW-Innenminister Herbert Reul warnte in einer Pressekonferenz am Mittwoch vor einem Anstieg der Gewalt auf allen Ebenen. Ohne Sport als Ausgleich könnte die Gewaltbereitschaft bei jungen Männern steigen. Besonders achtsam sollten auch Eltern in Bezug auf Kriminalität im Internet sein. In einer Krisenzeit wie dieser wären Jugendliche im Netz besonders anfällig, Täter womöglich besonders aktiv.

Auch warnt Reul vor einem besonders dreisten Enkeltrick. Reul nennt ihn „den Enkeltrick im weißen Kittel“. Dabei erscheinen Betrüger vor der Haustür und geben vor, Corona-Tests durchführen zu wollen. Erfahrungen aus anderen Ländern zeigten laut Reul, „dass Betrügereien zunehmen“.

Update 12.08 Uhr: Rund 250 Verstoße gegen die Kontaktsperre hat die NRW-Landesregierung innerhalb weniger Tage registriert. Darunter nicht nur Gruppentreffen im öffentlichen Raum, sondern auch handfeste Auseinandersetzungen bei Toilettenpapierkauf. Das berichtet NRW-Innenminister Herbert Reul in einer Pressekonferenz am Mittwoch.

Coronavirus in NRW: Mehr als 10.000 Infizierte - Landesregierung verschärft Kontaktverbote
Update vom 26. März, 10.29 Uhr: Die Situation in Nordrhein-Westfalen wird immer dringlicher. Bisher hatte sich das Bundesland trotz der hohen und steigenden Fallzahl mit eigenen Maßnahmen eher zurückgehalten und für diese stets auf die Bundesdirektive gewartet. Doch am Dienstagabend löste die Landesregierung Katwarn aus, um die Regeln der Kontaktverbote zu erweitern. Am Mittwochmorgen meldet NRW mehr als 10.000 Infizierte - und damit fast ein Drittel der gesamten Fälle in der Bundesrepublik. 75 Menschen sind bisher in Nordrhein-Westfalen an den Folgen einer Coronavirusinfektion gestorben.

Die aktuellen Katwarn-Regeln zur Kontaktsperre in NRW:

„Die bisherigen Leitlinien mit dem Charakter von verbindlichen Regeln werden wie folgt erweitert:

1. Die Bürgerinnen und Bürger werden angehalten, die Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren.

2. In der Öffentlichkeit ist, wo immer möglich, zu anderen als den unter I. genannten Personen ein Mindestabstand von mindestens 1,5m einzuhalten.

3. Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands gestattet.

4. Der Weg zur Arbeit, zur Notbetreuung, Einkäufe, Arztbesuche, Teilnahme an Sitzungen, erforderliche Terminen und Prüfungen, Hilfe für andere oder individueller Sport und Bewegung an der frischen Luft sowie andere notwendige Tätigkeiten bleiben selbstverständlich weiter möglich.

5. Gruppen feiernder Menschen auf öffentlichen Plätzen, in Wohnungen sowie privaten Einrichtungen sind angesichts der ernsten Lage in unserem Land inakzeptabel. Verstöße gegen die Kontakt-Beschränkungen sollen von den Ordnungsbehörden und der Polizei überwacht und bei Zuwiderhandlungen sanktioniert werden.

6. Gastronomiebetriebe werden geschlossen. Davon ausgenommen ist die Lieferung und Abholung mitnahmefähiger Speisen für den Verzehr zu Hause.

7. Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege, wie Friseure, Kosmetikstudios, Massagsalons, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe werden geschlossen, weil in diesem Bereich eine körperliche Nähe unabdingbar ist. Medizinisch notwendige Behandlungen bleiben weiter möglich.

8. In allen Betrieben und insbesondere solchen mit Publikumsverkehr ist es wichtig, die Hygienevorschriften einzuhalten und wirksame Schutzmaßnahmen für Mitarbeiter und Besucher umzusetzen.

9. Diese Maßnahmen sollen eine Geltungsdauer von mindestens zwei Wochen haben.“

Corona-Krise: NRW entlässt 1000 Gefangene
Update vom 25. März, 16.36 Uhr: Bereits 9421 Menschen haben sich in NRW mit dem Coronavirus infiziert, so die aktuellen Zahlen des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales - das sind etwa 670 Infizierte mehr als gestern. Demnach seien außerdem 61 Menschen verstorben. Die meisten Menschen haben sich demnach im Kreis Heinsberg infiziert, hier sind über 1000 Fälle bekannt und 61 Menschen verstorben. In Köln leben 880 infizierte Menschen, in Düsseldorf etwa 260. Dienstagmittag waren 8745 Infizierte und 45 Tote gemeldet worden.

Ab 29. März soll ein Telemedizin-Programm starten: Kleinere Krankenhäuser sollen per Video auf die Expertise aus Unikliniken zurückgreifen können. Dieses „Virtuelle Krankenhaus“ war für dieses Frühjahr geplant gewesen, der Start wird jetzt vorgezogen.

Update vom 25. März 2020, 12.59 Uhr: Die Coronavirus-Ausbreitung stellt die Justiz in NRW vor große Herausforderungen. Laut focus.de hat sich das NRW entschlossen  Kurzzeit-Häftlinge zu entlassen. NRW-Justizminister Peter Biesenbach hat demnach die 36 Justizvollzugsanstalten (JVA) angewiesen, Gefangene, die nur noch eine kurze Haftstrafe von bis zu 18 Monaten verbüßen, freizulassen. Nach internen Schätzungen würde das etwa 1000 der rund 16.000 Häftlinge betreffen. Der Beschluss gelte demnach auch für jene, die eine Ersatzfreiheitsstrafe absitzen, weil sie eine Geldbuße nicht bezahlten. Sexulastraftäter sind jedoch ausgeschlossen. Mit der ungewöhnlichen Maßnahme soll die Ansteckungsgefahr in den Gefängnissen veringert werden.

Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, gilt in Deutschland ein Kontaktverbot. Wer sich nicht daran hält, muss mit saftigen Strafen rechnen. Die Polizei berichtet von unglaublichen Zwischenfällen. 

Die Corona-Beschränkungen legen das Leben in Deutschland weitestgehend lahm. Doch wie lange werden die Coronavirus-Maßnahmen aufrechterhalten werden.

Corona-Krise in NRW: Düsseldorfer OB warnt vor Folgen der Corona-Maßnahmen
Update vom 25. März 2020, 9.59 Uhr: Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) hat vor den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen der Corona-Einschränkungen gewarnt. „Ich befürchte, lange wird unser Land einen nahezu vollständigen Shutdown nicht überstehen“, schrieb er in einem Gastbeitrag der Rheinischen Post (Mittwoch).

Schon jetzt gebe es erste Insolvenzen, die „vollmundig angekündigten großzügigen staatlichen Rettungsschirme“ würden mangels staatlicher Einnahmen auf Dauer wohl nicht durchzuhalten sein, sagte Geisel. Hinzu komme wegen der Kontaktverbote bereits eine „signifikante Zunahme“ von Inobhutnahmen und Betretungsverboten wegen häuslicher Gewalt. Die Schließungen von Schulen und Universitäten brächten das solidarische Miteinander der Generationen in Gefahr. Es sei zu befürchten, dass junge Menschen zunehmend gegen die Maßnahme rebellierten, weil sie sich von den Gefahren der Infektion nicht selbst betroffen fühlten.

Nach Statistiken aus Italien liege das Durchschnittsalter der Covid-19-Verstorbenen bei knapp 80 Jahren, 99 Prozent von ihnen hätten Vorerkrankungen gehabt. Die Risikogruppe für einen kritischen Krankheitsverlauf müsse gezielt geschützt werden. Es müsse ihr ermöglicht werden, körperlichen Kontakt zu vermeiden und dennoch so weit wie möglich am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Zugleich müsse aber die Politik eine Strategie entwickeln, wann und wie das öffentliche Leben wieder hochgefahren werden könne, forderte der Düsseldorfer Oberbürgermeister. Seiner Meinung nach sei es höchste Zeit, einmal innezuhalten, um darüber nachzudenken, ob wir wirklich auf dem richtigen Weg sind.

Corona-Krise in NRW: Abitur 2020 auf der Kippe
Update vom 25. März 2020, 9.31 Uhr: Die Abiturprüfungen 2020 stehen in NRW auf der Kippe, berichtet wa.de*. Die Kulturminister der Bundesländer wollen am Mittwoch über das weitere Vorgehen bei den anstehenden Schulabschlussprüfungen beraten. Es herrscht ein Durcheinander wegen der Corona-Krise. In Hessen und Rheinland-Pfalz begannen bereits die Abiturprüfungen bereits, während  Bayern* und Baden-Württemberg die Prüfungen verschoben. Schleswig-Holstein will die Prüfungen sogar ganz ausfallen lassen.   

Nach offiziellen Angaben sind in NRW 9.087 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. 54 Todesopfer sind bislang registriert worden (Stand: 24. März, 16 Uhr).

Corona-Virus in NRW: Arzt stirbt nach Zusammenbruch in Corona-Teststelle
Update vom 24. März 2020, 17.08 Uhr: Zu einem tragischen Todesfall ist es an einer zentralen Corona-Abstrichstelle in Herford (NRW) gekommen. Ein Mediziner ist bei der Arbeit kollabiert und ist trotz Widerbelebungsversuchen im Krankenhaus verstorben, wie der Kreis Herford mitteilt. „Die Todesursache ist noch ungeklärt, vermutlich ist der Mann an einem Herzinfarkt verstorben“, heißt es in der Mitteilung. 
Der pensionierte Mediziner hatte sich freiwillig für das Gesundheitsteam gemeldet. „Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abstrichstelle sowie die gesamte Kreisverwaltung trauern um den engagierten Mediziner, das Mitgefühl gehört den Angehörigen des Verstorbenen.“

Corona-Virus in NRW: Klosterfrau spendet 500.000 Flaschen Desinfektionsmittel
Update vom 24. März 2020, 16.57 Uhr: Das Kölner Unternehmen Klosterfrau Healthcare (früher Klosterfrau Melissengeist) will 100.000 Liter Desinfektionsmittel an das Land Nordrhein-Westfalen spenden. Das sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Dienstag in einer Sondersitzung des Landtags. Schon kommende Woche wolle das Unternehmen 150.000 Flaschen Handdesinfektionsmittel spenden. Insgesamt gebe Klosterfrau 500.000 Flaschen. Das Land habe zudem fünf Millionen Schutzmasken gekauft.

Corona-Krise in NRW - Neue Fallzahlen
Update vom 24. März 2020, 14.12 Uhr: Die Fallzahlen in NRW sind weiter gestiegen. Nach berichten von wa.de* ist die Zahl der Infizierten des Coronavirus auf 8745 gestiegen - das sind über 500 Personen mehr als am Montag. Die Zahl der Corona-Toten ist auf 45 gestiegen. Das sind fünf mehr als am Montag.

Im besonders betroffenen Kreis Heinsberg waren am Dienstag 1043 Menschen (Stand 12.30 Uhr) mit dem Virus infiziert. Am Vortag waren es 1004 gewesen. Die Zahl der Todesopfer stieg auf 25 (Vortag 24). Genesen waren 247 Menschen. Nach Berechnungen der Uniklinik Aachen ist die Ansteckungskurve im Kreis abgeflacht.

Update vom 24. März 2020, 10.39 Uhr: „Wir dürfen uns nichts vormachen. Die Zahlen der Toten und Infizierten werden steigen“, sagt Armin Laschet und bereitet die Bürger auf eine schwere Zeit in den nächsten Wochen vor. Das Land habe sich zudem bereit erklärt Italien in seiner Notlage zu unterstützen und zehn Corona-Patienten aufzunehmen.


Coronavirus in NRW: Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) warnt Unvernünftige

Corona-Krise in NRW: Null Toleranz im Kampf gegen das Corona-Virus
Update vom 24. März 2020, 10.30 Uhr: „Wir werden die Unvernünftigen verwarnen. Mit einem Bußgeldkatalog werden wir Klarheit schaffen“, sagt Armin Laschet (CDU). Als erstes Bundesland hat NRW einen Bußgeldkatalog gegen das Kontaktverbot in der Corona-Krise eingeführt.

Laschet macht zudem deutlich, dass es sich bei dem Kontaktverbot um ein körperliches Kontaktverbot handle und nicht um ein soziales Kontaktverbot. Soziale Kontakte wären gerade in diesen Zeiten besonders wichtig.

„Die allermeisten Menschen halten sich zum Glück an die Regeln und zeigen sich solidarisch. Wir müssen nicht die Vernünftigen überwachen, sondern die Unvernünftigen bestrafen. Und zwar konsequent und hart. Die Signale müssen ankommen“, betonte Laschet zuvor gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.

Man habe in Nordrhein-Westfalen erfolgreich das Null-Toleranz-Prinzip eingeführt bei der Bekämpfung von Verbrechen wie der Clan-Kriminalität. „Null Toleranz gilt auch gegenüber Rechtsbrechern im Kampf gegen das Coronavirus“, sagte Laschet.

Die Bußgelder und Strafen hat NRW via Twitter mit den mahnenden Worten „Nur so erreichen wir die Unbelehrbaren, die die Gesundheit ihrer Mitbürger/innen wissentlich aufs Spiel setzen“ veröffentlicht.

Update vom 24. März 2020, 10.08 Uhr: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) eröffnet die Sondersitzung im Landtag. „Am 25. Februar, fast exakt vor vier Wochen, hat es den ersten Coronavirusfall in Nordrhein-Westfalen gegeben“, sagt Armin Laschet vor dem Landtag. Der Minister verweist auf die Einschränkungen der Grundrechte aufgrund der Corona-Pandemie.

Update vom 24. März 2020, 10.00 Uhr: Der Landtag Nordrhein-Westfalen hat am Dienstag eine Sondersitzung einberufen. Bei der Sitzung geht es um das Hilfspaket für das bevölkerungsreichste Bundesland Deutschlands (18 Millionen Einwohner) und um den Bußgeldkatalog bei Verstößen gegen die Corona-Maßnahmen.

Corona-Krise in NRW: Bei Verstoß gegen Kontaktverbot drohen saftige Strafen
Update vom 24. März 2020, 8.09 Uhr: Im besonders von der Corona-Krise betroffenen Bundesland Nordrhein-Westfalen sind wie auch in allen anderen deutschen Bundesländern drastische Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Ausbreitung in Kraft getreten. Entsprechend der Empfehlung der Bundesregierung gilt in NRW seit dem Wochenende ein sogenanntes Kontaktverbot.

Das bedeutet unter anderem: Keine Treffen von mehr als zwei Personen, mindestens 1,5 Meter Sicherheitsabstand und Restaurants, Kneipen sowie Friseure bleiben vorerst geschlossen. Doch immer wieder wird gegen diese Regeln verstoßen - sowohl von Privatpersonen als auch von Lokalen wie beispielsweise einer Shisha-Bar, die am Wochenende trotz Verbot noch geöffnet hatte, berichtet Bild.de.

Corona-Krise in NRW: Verstöße gegen Maßnahmen sollen mit Bußgeldern bestraft werden
Genauso wie sich die Maßnahmen gegen die Corona-Ausbreitung in einzelnen Bundesländern zum Teil unterscheiden, gibt es auch keinen einheitlichen Bußgeld-Katalog, der bei Verstößen gegen die Maßnahmen greifen könnte. Einige Bundesländer wie Bayern und Meckelnburg-Vorpommern wollen einen solchen auch gar nicht erst aufstellen, anders gehen jedoch die Verantwortlichen in NRW vor. Laut einem Bericht der Bild-Zeitung gibt es einen Beschluss für einen noch geheimen Bußgeld-Katalog für Deutschlands größtes Bundesland. Die geplanten Beschlüsse in Stichpunkten:

◆ Bei Verstoß gegen das Besuchsverbot in Krankenhäusern oder Altenheimen müssen 200 Euro Strafe gezahlt werden.
◆ Wer eine Disco, eine Bar oder ein Fitnessstudio weiterbetreibt, muss 5000 Euro zahlen.
◆ Bei Weiterbetreibung eines Restaurants sind 4000 Euro fällig.
◆ Das Nicht-Einhalten des Mindestabstands von 1,5 Metern oder das Missachten der Hygiene-Vorkehrungen kostet 200 Euro.
◆ Ebenfalls mit 200 Euro werden öffentliche Treffen von mehr als zwei Personen, die keine Ausnahme darstellen, bestraft.
◆ Auf Picknicken und Grillen steht eine Strafe von 250 Euro.

Grundsätzlich gilt in Nordrhein-Westfalen, dass Verstöße gegen die Maßnahmen mit mindestens 200 Euro und maximal 25.000 Euro bestraft werden sollen.

Corona-Krise in NRW: Krankenhäuser in Region Aachen brechen mit RKI-Empfehlungen

Erstmeldung vom 23. März 2020:
Düsseldorf - Nordrhein-Westfalen ist in Deutschland das von der Coronavirus*-Pandemie am stärksten betroffene Bundesland. Auch der Pflegenotstand war in NRW bereits vor dem Ausbruch der neuartigen Virus-Erkrankung ein Thema. Bereits kurz nachdem die ersten Fälle in NRW bekannt wurden, mussten unter anderem die Krankenhäuser in der Städteregion Aachen bereits mit den Empfehlungen des Robert-Koch-Insituts brechen. Der Betrieb könne unter den strengen Quarantäne*-Maßnahmen nicht eingehalten werden hieß es. Jetzt stehen die Krankenhäuser in NRW nicht nur vor einem finanziellen Problem. Im Krankenhaus Heinsberg war außerdem in der vergangenen Woche die Schutzkleidung* ausgegangen. Die Klinik hatte deshalb bereits die Alarmglocken geschellt und vor einer Schließung gewarnt.

Corona-Krise in NRW: Heinsberger Landrat sendet Hilferuf an Chinas Staatspräsident
Der Heinsberger Landrat Stephan Pusch (CDU) hat nun einen Hilferuf nach China gesandt. In einem Brief an den chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping bittet Pusch um Schutzkleidung und schlägt eine Städtepartnerschaft Heinsberg-Wuhan vor. Dieser Brandbrief wurde am Montag veröffentlicht.

„Sie werden sich sicher fragen, wie ein im politischen System der Bundesrepublik Deutschland relativ unbedeutender Mensch wie ein Landrat dazu kommt, sich an die Staatsführung der Volksrepublik China zu wenden“, schreibt Pusch in seinem Hilfegesuch. Dabei teilten Heinsberg und Wuhan den ungerechten Vorwurf anderer, die Orte seien schuld an der Verbreitung des Virus*. Wie Trump vom „Wuhan-Virus“ spräche, so erfahre auch Heinsberg Ausgrenzung in den Sozialen Medien, appelliert Pusch an Chinas Solidaritätsgefühl.

Zuvor hatte der Landrat bereits Kritik an fehlender Unterstützung der Bundeswehr geübt.

Coronavirus: Krise in NRW - Hält das Gesundheitssystem stand?
„Da Mediziner in China offensichtlich auch die meisten Erfahrungen im Umgang mit der Eindämmung und Bekämpfung des Coronavirus gemacht haben, wäre mir auch an einem fachlichen Austausch gelegen“, schreibt der Landrat und bittet China um Unterstützung bei Schutzmaterialien, denn: Die verfügbaren Masken und Schutzkittel der Krankenhäuser im Kreis Heinsberg reichten nur noch für ein paar Tage.

Auf einer Pressekonferenz in Düsseldorf erklärte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann am Montagmittag wie nun Gelder des Bundes den sich ankündigenden Notstand auffangen sollen. Auch sei dem Krankenhaus in Heinsberg bereits weitere Schutzkleidung zur Verfügung gestellt worden, sagte Laumann. Dennoch scheint die Lage in NRW weiterhin besonders prekär. Kritiker werfen der Landesregierung nun vor die Krise zu spät erkannt und nicht schnell genug reagiert zu haben.

Corona-Krise: Wieviele Betten haben die Krankenhäuser in NRW?
Laumann wehrt sich gegen diesen Vorwurf. Schutzbekleidung zu besorgen sei Aufgabe der Arbeitgeber, nicht der Regierung. Er könne zwar die Sorgen des Landrats Pusch verstehen, wenn er die Lage bezüglich der Schutzbekleidung sehe. „Doch diese Lage ist in ganz Deutschland und in ganz Europa gleich“, so Laumann. Denn in Europa habe man keine Produktionskapazitäten.

In NRW wurde jetzt eine App installiert, mit der die Krankenhäuser die Auslastung ihrer Betten an das Gesundheitsamt übertragen. Ein Großteil der Kliniken habe sich bereits daran beteiligt, so Laumann. In NRW seien aktuell 443 Menschen in stationärer Behandlung, 146 davon auf Intensivstationen untergebracht. Von den Intensivpatienten seien 121 mit Beatmungsunterstützung versorgt. Insgesamt habe man im Bundesland 6184 Intensiv-Betten, 4123 davon seien mit Beatmungsgeräten ausgestattet. Weitere Beatmungsgeräte seien zusätzlich zu beschaffen, versucht Laumann zu beruhigen.

Quelle: www.merkur.de

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"Das einzige Risiko ist der Weltuntergang"
Die Krise nutzen: So bauen Sie das sicherste Depot aller Zeiten

https://videos3.focus.de/binary/2020/3/17/10/1497266805843-9777mu/Andreas_Beck-1584441166996.mp4

Der Absturz an den Börsen ist eine Chance für Sparer, etwas für den Vermögensaufbau zu tun. Sie können die günstigen Kurse nutzen, über ETFs das sicherste Depot aller Zeiten zu bauen. Andreas Beck, Mathematiker und Spezialist für Geldanlage, erklärt im Interview, wie das geht.

Dabei gilt es zu beachten, dass Sicherheit nicht bedeutet, dass es keine Schwankungen gibt. „Sicherheit heißt: Die kurzfristigen Schwankungen sind mir egal. Ich muss aber sicher, dass auch, wenn heftige Krisen an den Märkten kommen, mein Anlageziel nicht gefährdet ist." Für langfristig orientierte Anleger seien Krisen normal. Entscheidend sei, nach der Krise noch im Spiel zu sein.

Nicht in einzelne Unternehmen investieren
Dafür sei es wichtig, einen langen Anlagehorizont zu haben und sein Geld möglichst breit zu streuen. Denn einzelne Firmen könnten immer mal wieder Pleite gehen, gerade in Krisen. "Auch kerngesunde Unternehmen können unter die Räder kommen", sagt Beck. "Die durchschnittliche Lebensdauer eines Unternehmens im S&P 500 beträgt nur neun Jahre." Einzelne Unternehmen herauszugreifen sei deshalb "brandgefährlich".

Mit ETFs zur Welt-AG
Becks Ansatz ist daher, die „Welt-AG“ im Depot abzubilden, also in möglichst alle börsennotierten Firmen zu investieren, die es gibt. Dafür schlägt er eine Kombination verschiedener ETFs vor, die große Indizes nachbilden, zum Beispiel:

◆ MSCI World (deckt 1600 Unternehmen in den Industriestaaten ab)
◆ MSCI Emerging Markets (deckt 1400 Unternehmen in den Schwellenländern ab)
◆ MSCI European Small Cap (deckt 900 kleinere Unternehmen in Europa ab)
◆ Russel 2000 (deckt 2000 Nebenwerte in den USA ab

Dabei sollte der Schwerpunkt der Anlage laut Beck auf dem MSCI World liegen. Er empfiehlt die Hälfte der Aktienquote. Der Vorteil dieser Lösung: Man hat praktisch kein Ausfallrisiko. Die Probleme einzelner Firmen können einem egal sein.

Was ist ein ETF?
ETFs kurz erklärt: ETFs bilden die Entwicklung von Indizes nach. Ein Index fasst die Kursentwicklung verschiedener Unternehmen zusammen, die den Index bilden. Steigt der Index um ein Prozent, steigt auch der ETF um ein Prozent. Fällt der Index, vollzieht der ETF auch diese Bewegung eins zu eins nach. Der Vorteil von ETFs: Sie sind sehr günstig und einfach zu verstehen.

Quelle: [urlhttps://www.focus.de/finanzen/boerse/rene_will_rendite/das-einzige-risiko-ist-der-weltuntergang-etf-so-bauen-sie-das-sicherste-depot-aller-zeiten_id_11780089.html]www.focus.de[/url]

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Ausverkauf am Aktienmarkt - So sollten sich Kleinanleger in der Corona-Krise verhalten



Seit dem Jahr 2009 kannten die internationalen Finanzmärkte nur eine Richtung - geradewegs nach oben. Aufgrund der Corona-Krise scheint dieser Trend nun jedoch erst einmal vorbei. Doch was bedeutetet das jetzt für ETF- und Kleinanleger?

Der aktuelle Ausverkauf am Aktienmarkt dürfte die meisten Investoren auf dem falschen Fuß erwischt haben. Viele jüngere Investoren bekommen nun zum ersten Mal mit, dass die Börse keine Einbahnstraße ist und dass Aktieninvestments vielfältigen Risiken unterliegen, die sich von Zeit zu Zeit in erheblichen Schwankungen niederschlagen.

Das systematische Risiko hat zugeschlagen
Eine globale Pandemie ist dabei als systematisches Risiko bzw. Marktrisiko einzuordnen und betrifft dementsprechend alle Unternehmen gleichermaßen. Entsprechend fallen nun, unabhängig von der Branche und dem operativen Geschäft, die Aktienkurse von nahezu allen Unternehmen. Diese Tatsache bietet langfristigen Investoren und Börsenneulingen im Augenblick jedoch eine hervorragende Chance bestehende Positionen auszubauen oder sich erstmalig am Aktienmarkt zu positionieren.

Schnellster Crash der Geschichte
Dabei hat der aktuelle Crash am Aktienmarkt keine historischen Vorbilder und nur sehr wenige Übereinstimmungen mit vergangenen Krisen an der Börse. "Die Entwicklung in diesem Jahr stellt eine krasse Ausnahmesituation dar. Die Produktionseinbußen sind der Reflex auf einen massiven exogenen Schock, für den es in der jüngeren Wirtschaftsgeschichte keine Vergleichsmuster gibt", so Prof. Dr. Stefan Kooths, Leiter des Prognosezentrum beim Wirtschaftsforschungsinstitut IfW Kiel, im Konjunkturbericht seines Hauses.

Die enorme Geschwindigkeit der Abverkäufe am Aktienmarkt ist dabei aktuell besonders bemerkenswert. Egal ob 1987, 2000, 2008 oder 2011, so schnell wie in der gegenwärtigen Corona-Krise ging es beim deutschen Leinindex DAX noch nie bergab. In nur 28 Tagen büßte der deutsche Vorzeigeindex rund 40 Prozent an Wert ein. "Diese Pandemie hat die schnellste Neubewertung von Risiken an den Aktienmärkten seit 30 Jahren ausgelöst", so JPMorgan-Analyst Bram Kaplan kürzlich in einem Interview mit CNN in Bezug auf das außerordentliche Tempo der Abverkäufe.

Ausverkauf bietet jetzt Chancen
Aufgrund des Ursprungs der derzeitigen Ausnahmesituation an der Börse besteht jedoch die Hoffnung, dass die Krise nicht allzu lang anhält und die Talfahrt bald überstanden ist. So glauben die Wissenschaftler des IfW Kiel, dass die Chancen aktuell, im Vergleich zur Finanzkrise 2008, besser stehen, was eine schnelle Trendumkehr betrifft. Laut den Experten dürfte die aktuelle Stresssituation nur noch bis Ende April andauern und sich im Mai allmählich entspannen. Dementsprechend könnte sich die deutsche Wirtschaft 2021 schon wieder erholt haben, was dann natürlich auch steigende Aktienkurse zur Folge haben würde.
Die positiven Einschätzungen des Instituts für Weltwirtschaft aus Kiel, dürften bei Investoren für allmähliche Lichtblicke sorgen. So ist auch der Vizepräsident der Europäischen Zentralbank, Luis de Guindos, fest davon überzeugt, dass die Wachstumsraten für Europa schon im zweiten Halbjahr 2020 wieder zulegen können. "Ich glaube, dass das erste Halbjahr sehr schlecht sein wird. Dies wird die gesamte europäische Wirtschaft in diesem Jahr in negative Wachstumsraten ziehen, aber im zweiten Teil des Jahres werden wir, glaube ich, positive Wachstumsraten für Europa sehen", so der Vizepräsident der EZB in einem Interview mit dem spanischen Fernsehsender La Sexta.

Zum Verkaufen zu spät und zum Kaufen zu früh?
Investoren, die sich nun die Frage stellen, ob sie ihre Aktienpositionen aufstocken oder besser abstoßen sollten, müssen sich zuerst ihre finanziellen Ziele vor Augen führen. Personen, die nun schnell an Geld kommen müssen, bleibt natürlich keine andere Wahl als schnell zu verkaufen, wer jedoch einen langen Anlagehorizont hat, sollte in keinem Fall aussteigen und somit nicht seine Verluste realisieren. Denn in der Vergangenheit war es immer nur eine Frage der Zeit, bis sich Kursverluste wieder in Kursgewinne umgemünzt haben.
Für mutige Investoren kann es sich jetzt sogar schon lohnen, die bestehenden Positionen im Portfolio nachzukaufen und somit die persönlichen Einstandskurse zu verbilligen.

ETF-Sparplan - Wenn nicht jetzt, wann dann?
Auch für Börsenneulinge bietet das aktuelle Marktumfeld außerordentliche Chancen. Gerade Einsteiger, denen das Risiko von Einzelaktien zu hoch erscheint, können nun auf Fonds und ETFs setzen. Denn in der gegenwärtigen Marktphase gibt es an der Börse wahrhaftige Sonderangebote. So bekommen ETF-Investoren nun für das gleiche Geld deutlich mehr ETF- bzw. Fondsanteile als noch vor ein paar Wochen.
Um jetzt jedoch nicht ins "fallende Messer" zu greifen, lohnt es sich den eigenen Anlagebetrag in mehrere Tranchen zu unterteilen und in festgelegten Abständen zu investieren. Hierfür lohnen sich in erste Linie individuelle ETF-Sparpläne. Diese bieten dabei zwei große Vorteile. Zum einen profitieren Investoren über Sparpläne vom sogenannten Cost-Average-Effekt und zum anderen ermöglicht ein ETF-Sparplan einen Aktieneinstieg mit beispielsweise sehr niedrigen Sparraten von gerade einmal 25 pro Monat. Ab dieser Sparrate können Interessierte mit einem ETF-Sparplan von OSKAR anlegen.

Der Crash ist da,…
Es steht außer Frage, dass Kleinanleger in der aktuellen Situation sehr starke Nerven brauchen, um nicht in Panik zu geraten. Denn der schnellste Börsencrash in der Geschichte der Bundesrepublik lässt natürlich nun auch die hartgesottensten Börsianer nicht kalt. Dabei ist nicht das Coronavirus schuld an der Krise, sondern vielmehr die unzähligen Schutzmaßnahmen, welche derzeit das globale Wirtschaftswachstum ausbremsen.

…aber die Erholung kommt gewiss!
Sobald diese einschneidenden Schutzmaßnahmen jedoch gelockert werden können und das Coronavirus wieder allmählich aus den Nachrichten verschwindet, dürfte auch die Weltwirtschaft wieder aufblühen. Früher oder später wird man sich auch nach diesem "schwarzen Schwan" wieder freuen können, wenn man seinen Einzelaktien und ETFs treu geblieben ist oder sogar günstig nachgekauft hat. Denn schon der erfahrene Börsenspekulant André Kostolany wusste: "Wer die Aktien nicht hat, wenn sie fallen, der hat sie auch nicht, wenn sie steigen".

Quelle: www.finanzen.net

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COVID19 CORONA News / Das Schlimmste steht den USA noch bevor
« am: März 29, 2020, 11:11:09 Vormittag »
Rekordzahl bei Corona-Infizierten
Das Schlimmste steht den USA noch bevor



Mehr als 120.000 gemeldete Fälle - in keinem Land der Welt gibt es so viele Corona-Infizierte wie in den USA. Die Kliniken sind überlastet, die Menschen bangen um ihre Jobs. Was macht Präsident Trump?

Von Torsten Teichmann, ARD-Studio Washington

Auch im Friseurladen von Erica Nealy in South Carolina gibt es nur ein Thema: Viele US-Bundesstaaten haben bereits Geschäfte aufgefordert, für die Zeit der Gesundheitskrise zu schließen. Ist Ericas Laden der nächste? Auf Fernsehbildern ist sie zu sehen, wie sie einem Kunden die Haare schneidet: "Ich bete, dass sie uns nicht dicht machen. Wenn ich hier mit Handschuhen und Maske arbeite und meine Kunden schütze, dann macht meinen Laden bitte nicht dicht", sagt die Friseurin.

Bundesstaaten haben unterschiedliche Regeln
Die Sorge ist überall in den USA die gleiche: Hält das Gesundheitssystem der Pandemie stand, wenn schätzungsweise 15 Prozent der Corona-Infizierten stationäre Behandlung in einem Krankenhaus brauchen? Aber einzelnen US-Bundesstaaten reagieren sehr unterschiedlich. In Georgia erklärt eine Reporterin im Lokalfernsehen, dass nur einzelne Landkreise ihre Bewohner aufgefordert haben, daheim zu bleiben. Und die Polizei im County Athens versichert: Wer gegen die Auflagen verstößt, muss keine Geldstrafe oder Gefängnis fürchten.

In Puerto Rico dagegen hat Gouverneurin Wanda Vázquez Garced die bestehende nächtliche Ausgangsperre noch einmal um zwei Stunden verlängert. Sie gilt nun für alle Bewohner des US-Außenterritoriums, die keinen für die Gesundheitskrise entscheidenden Beruf haben. Sie müssen von sieben Uhr abends bis zum nächsten Morgen um fünf daheim bleiben.

Tausende Test-Kits verfügbar
Davon ungeachtet, wird die Zahl der bekannten Infektionen in den kommenden Tagen in den USA weiter steigen. Denn erst jetzt stehen Tausende Test-Kits zur Verfügung und auch das nicht überall: Für Puerto Rico sind etwa 200.000 Schnelltests versprochen. Aber es gebe keinen Beleg für den Kauf oder den Versand der Tests, schreibt der CBS-Journalist David Begnaud.

US-Präsident Donald Trump hatte am Freitag außerdem angekündigt, dass die Regierung 100.000 dringend benötige Beatmungsgeräte in 100 Tagen beschaffen will. Das seien dreimal so viele Maschinen, wie sonst in einem Jahr produziert werden, so Trump. Am Tag zuvor hatte er im Fernsehsender Fox News noch bezweifelt, dass Krankenhäuser in den USA 30.000 oder 40.000 neue Geräte brauchen. Er habe das Gefühl, dass viele Zahlen, die jetzt genannt werden, größer ausfallen als sie dann eigentlich sind.

Quelle: www.tagesschau.de

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COVID19 CORONA News / Corona-Pandemie: Schweden geht in der Krise einen Sonderweg
« am: März 29, 2020, 00:12:52 Vormittag »
Corona-Pandemie 
Schweden geht in der Krise einen Sonderweg


Fußgängerzone in Stockholm: Die Geschäfte in Schweden sind weiterhin geöffnet. (Quelle: David Keyton/AP/dpa)

Im Gegensatz zu Deutschland und den meisten anderen EU-Ländern geht Schweden mit deutlich mehr Freizügigkeit für seine Bürger gegen die Coronavirus-Krise vor. Nicht alle im Land finden diesen Weg gut.

Was der Virologe Christian Drosten für die Bundesrepublik ist, ist Anders Tegnell für die Schweden: Der oberste Epidemiologe in Stockholm ist derzeit der gefragteste Mann im Land, omnipräsent auf allen Kanälen. Die Meinungen über ihn und seine Empfehlungen gehen auseinander: Während die einen auf die spezielle Corona-Strategie ihrer Regierung und ihres momentan wichtigsten Experten vertrauen, wundern sich die anderen, warum Schweden eine ganz andere Linie fährt als seine Nachbarn und EU-Partner.

In der Tat geht Schweden in der Corona-Krise einen Sonderweg: Kindergärten und Grundschulen bis zur neunten Klasse sind anders als Gymnasien und Unis weiter offen. Das Gleiche gilt für Restaurants, Kneipen und Cafés, die ihre Gäste seit kurzem aber nur noch am Tisch bedienen dürfen. Die Skigebiete sind ebenfalls weiter geöffnet, die Staatsgrenzen für Nicht-EU-Bürger dicht, nicht aber für Europäer. Und durch Stockholm fahren weiter mit Pendlern ge- oder überfüllte Busse.


Schwedens Staatsepidemiologe Anders Tegnell: "Wir sind überzeugt davon, dass das hier der richtige Weg ist." (Quelle: Folkhälsomyndigheten/dpa)

Damit ist Schweden im Grunde das letzte EU-Land ohne extrem scharfe Maßnahmen gegen Covid-19. Der Kontrast zu dem strikten Vorgehen der skandinavischen Nachbarn Dänemark und Norwegen und auch demjenigen in Deutschland könnte größer kaum sein. Man fragt sich: Geht das gut?

Überzeugt von der Strategie
Glaubt man dem Staatsepidemiologen Tegnell, dann wird die schwedische Strategie aufgehen. "Wir sind überzeugt davon, dass das hier der richtige Weg ist", sagte er kurz vor dem Wochenende dem Sender SVT. Im schwedischen Gesundheitswesen baue man sehr auf Vertrauen, Freiwilligkeit und darauf, eigene Lösungen zu finden, sagte er.

Tegnell, die Regierung von Ministerpräsident Stefan Löfven und die Gesundheitsbehörden setzen weitgehend auf die Vernunft der Bevölkerung, auf Empfehlungen an Menschen über 70 zur Vermeidung enger Kontakte sowie auf das für die Schweden typische Vertrauen in die politischen Entscheider. Die Ziele im Kampf gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 sind dabei dieselben wie anderswo: Die Virusausbreitung soll abgebremst werden, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken und die Gesundheitssysteme überfordert werden. Die Folgen für Wirtschaft und Bürger sollen zudem aufgefangen werden.


Eine Bar in Stockholm: Schweden hat die wohl laxesten Maßnahmen gegen das Coronavirus erlassen. (Quelle: David Keyton/AP/dpa)

In der Regierungsstrategie findet sich aber noch ein Zusatz: Gegen Corona sollten "zur richtigen Zeit die richtigen Maßnahmen" ergriffen werden, heißt es da. Am Freitag etwa verkündete Löfven, dass Versammlungen auf maximal 50 Teilnehmer begrenzt werden – bislang lag die Grenze bei der in Corona-Zeiten äußerst freizügigen Zahl von maximal 500 Teilnehmern. Das hatte unter anderem dazu geführt, dass in Skigebieten wie Åre bis vor kurzem noch bis zu 499 Menschen pro Veranstaltung kräftig Après-Ski feierten.

Mit Veranstaltungen in dieser Größenordnung ist nun vorerst Schluss. Löfven appellierte dabei am Freitag noch einmal an die schwedische Besonnenheit. "Wir alle müssen als Individuen unsere Verantwortung übernehmen", sagte er – und fügte hinzu: "Wir können nicht alles gesetzlich regeln und verbieten."

Wissenschaftler appellieren an Regierung
Diese freizügige Linie erntet nicht nur Zuspruch. In einem offenen Brief forderten mehrere hochrangige schwedische Wissenschaftler die Behörden Mitte der Woche zum Kurswechsel auf. Die Regierung müsse den Kontakt zwischen den Menschen im Land kräftig einschränken und viel mehr testen, hieß es. Es sei auch eine gute Idee, etwa Schulen und Restaurants zu schließen, bis man mehr über die Situation wisse.

"Wir sind eines der Länder der Welt, die die schwächsten Maßnahmen eingeführt haben", monierte der Molekularbiologe Sten Linnarsson vom Stockholmer Karolinska-Institut in der Zeitung "Dagens Nyheter". Er und die weiteren Unterzeichner des Briefes wollten letztlich nur, dass Schweden internationalen Empfehlungen etwa von der Weltgesundheitsorganisation WHO folge – wie andere Länder eben auch.


Stockholm: Ein Taxifahrer säubert sein Taxi, um sich vor einer möglichen Infektion zu schützen. (Quelle: Anders Wiklund/TT News Agency/Reuters)

Den richtigen Weg im Kampf gegen Corona kennt dabei noch keiner. "Niemand weiß, was derzeit richtig und was falsch ist", sagt auch der Soziologe Fredrik Liljeros von der Universität in Stockholm. Er sieht einen Grund für den schwedischen Sonderweg in der Tatsache, dass Wissenschaftler und Behörden in Schweden bereits seit längerem bei der Forschung zur Ausbreitung von Viren zusammenarbeiteten. "Das sorgt dafür, dass wir glauben, dass die schwedische Strategie stärker auf wissenschaftlichem Boden fußt als anderswo", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Seine Vermutung sei, dass Schwedens Virologen deshalb selbstbewusster an die Sache herangingen.

Sorge in Stockholm
Bislang gibt es in Schweden mehr als 3.000 bestätigte Infektionsfälle. Über 90 Menschen sind an Covid-19 gestorben, davon etwa zwei Drittel in Stockholm. Dort nimmt die Zahl der Todesfälle seit Tagen zu, von Dienstag auf Mittwoch verdoppelte sie sich in 24 Stunden beinahe von 19 auf 37. Die Hauptstadtregion klang darauf deutlich alarmierter als Tegnell, der die Lage auf seinen täglichen Pressekonferenzen stets in skandinavisch-kühler Manier beschreibt. In Stockholm klang das ganz anders. "Vor fünf Tagen habe ich die Covid-19-Epidemie als einen Sturm bezeichnet", sagte Stockholms Gesundheitsdirektor Björn Eriksson. "Jetzt können wir sagen: Der Sturm ist da."

Stabile Lage oder Notfall also? Mittlerweile gibt es in Stockholm mindestens 60 Todesfälle. Und die Zeitung "Aftonbladet" will vor allem eines von Tegnell und den Behörden wissen: "Ist der Corona-Sturm jetzt über uns oder nicht?"
 
Quelle: www.t-online.de

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COVID19 CORONA Wirtschaft / Wie Adidas die Corona-Hilfen missbraucht
« am: März 29, 2020, 00:12:28 Vormittag »
Wie Adidas die Corona-Hilfen missbraucht

Ein Kommentar von Tim Bartz, Frankfurt

Konzerne wie Adidas oder H&M wollen in der Coronakrise keine Mieten für ihre Läden zahlen. Das ist angesichts der riesigen Finanzpolster unanständig - und gefährlich für die gesamte Wirtschaft.



Spüren Sie ein unangenehmes Kribbeln im Geldbeutel? Schmerzt es in den Gliedern, wenn Sie mit Kreditkarte zahlen? Falls ja, sollten Sie umgehend zwei Dinge tun: sich selbst attestieren, vom Coronavirus befallen zu sein. Und ihre laufenden Kosten - Miete beziehungsweise Zins und Tilgung für den Immobilienkredit, Gas, Wasser, Strom, Telefon – ad hoc stoppen.

Das Tolle daran: Sie haben den Segen der Bundesregierung. Die hat gerade erst das "Gesetz zur Abmilderung der Folgen der Covid-19-Pandemie" auf den Weg gebracht und erlaubt derartige Vertragsbrüche mit Verweis auf die besonderen Umstände der Zeit; vorerst bis 30. Juni, womöglich aber noch länger. Weiß ja schließlich keiner, wie viel Tod und Verwesung Covid-19 noch über Land, Volk und Wirtschaft bringen wird.

Für ihre Corona-Krisenpolitik erntet die Große Koalition aktuell viel Lob. Und tatsächlich ist die lange bräsig vor sich hin mäandernde Regierung von einer Gestaltungswut erfasst, die ihresgleichen sucht.

Das Anti-Corona-Gesetz ist durchdrungen vom guten Willen, Wirtschaft und Verbrauchern in einer außergewöhnlichen Phase beizuspringen. Und es ergänzt das ebenso einzigartige Hilfsprogramm der Regierung, die über ihre Förderbank KfW Unternehmen mit Krediten in unbegrenzter Höhe hilft.

Aber die Kollateralschäden dieser Politik werden bereits sichtbar, etwa am Beispiel Adidas. Der Sportartikelausrüster aus Herzogenaurach ist ein deutsches Vorzeigeunternehmen, untrennbar mit den sportlichen Erfolgen dieses Landes in der Nachkriegsgeschichte verwoben. Es hat einen Vorstandschef, Kasper Rorsted, der so erfolgreich, gutaussehend und nahbar daherkommt, wie es seine Kollegen in den anderen Dax-Konzernen wohl niemals hinkriegen werden.

Jetzt hat Rorsted angekündigt, „dass Adidas, wie viele andere Unternehmen auch, vorsorglich Mietzahlungen temporär aussetzt, wo unsere Läden geschlossen sind. Wir sind dazu mit den betreffenden Vermietern in engem Austausch. Das genaue Vorgehen hängt auch von der Rechtslage im jeweiligen Land ab.“

Wie viel Miete der Konzern damit spart, sagt der Konzern nicht. Das Aussetzen der Mietzahlungen gilt vorerst für April. Das muss aber nicht so bleiben, denn: "Wir werden (...) die Lage natürlich weiterhin aufmerksam beobachten und sofern erforderlich weitere Anpassungen vornehmen – und uns darüber hinaus an lokale behördliche Vorgaben halten, die zum Teil ja die Schließung von Einzelhandelsgeschäften vorsehen", wie Adidas weiter auf Anfrage mitteilt.

Adidas hätte viele Möglichkeiten, Geld zu sparen
Dieses Vorgehen, dem sich inzwischen andere Großfilialisten wie H&M und C&A angeschlossen haben, ist verwerflich und gefährlich. Verwerflich, weil Adidas geschäftlich vor Kraft strotzt und sich die Mietzahlungen trotz geschlossener Filialen leisten können müsste – auch wenn die Franken an sündteuren Edeladressen wie New Yorks 5th Avenue oder Hongkongs Causeway Bay zu Hause sind.

Per Ende 2019 setzte das Unternehmen 23,6 Milliarden Euro um, verdiente 2 Milliarden Euro und hielt satte 873 Millionen Euro Cash in der Kasse. Die Aktionäre sollen 3,85 Euro Dividende pro Aktie erhalten, 15 Prozent mehr als im Vorjahr und 38,9 Prozent des Gewinns. Und noch am 7. Januar und erneut am 11. März – also schon im Corona-Zeitalter - kündigte Adidas an, 2020 erneut Aktien im Wert von bis zu einer Milliarde Euro zurückzukaufen. Das muss man sich leisten können.

Adidas hätte also die Möglichkeit, seinen Vermietern trotz geschlossener Filialen weiterhin Mieten zu zahlen – man müsste nur auf die Cash-Reserven zurückgreifen, die Dividende kürzen oder den Aktienrückkauf aussetzen. Jeden Aktionär, der sich darüber beschwert, könnte der drahtige Rorsted mit einem verbalen Handkantenschlag niederstrecken. Das Corona-Argument macht‘s möglich.

Falls es Adidas tatsächlich so dreckig gehen sollte, dass die gestundeten Mietzahlungen dringend gebraucht werden, um Löhne und Pensionen zu zahlen – dann könnte sich der Konzern bei der KfW für einen Überbrückungskredit bewerben.

Davon ist freilich nicht auszugehen. Stattdessen entschließt sich sein Konzern, die Kosten der Pandemie an seine Vermieter weiterzureichen und diese womöglich ihrerseits in Not zu bringen. Damit setzt Adidas genau jene Krisenkette in Gang, die durch die staatlichen Hilfen eigentlich verhindert oder unterbrochen werden sollte. Und das Unternehmen kann sich dabei auch noch auf die Bundesregierung berufen.

Der Preis für derartige Aktionen wird für alle Beteiligten enorm sein. Und für Adidas nicht einmal wirtschaftlich sinnvoll: Schließlich muss der Konzern die Mieten wohl ja zu einem späteren Zeitpunkt nachzahlen. Aber wer weiß, welche finanzwirtschaftlichen Volten die Coronakrise noch macht.

Vielleicht ist aber auch alles ganz anders. Vielleicht legt Adidas' Kassenwart die eingesparten Mieten ja so clever am Kapitalmarkt an – etwa in eigene Aktien –, dass die Rendite daraus höher ist als die Zinsen, die der Konzern begleichen muss, wenn er die April-Miete mit Verzug nachzahlt.

Das ist fraglos eine zynische Vermutung. Aber auch nicht weniger zynisch als das, was Adidas angekündigt hat.

Quelle: www.spiegel.de

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Kündigungsausschluss für die Zeit der Corona-Krise beschlossen

Gesetzliche Klarstellungen sowie „Sicher-Wohnen-Fonds“ müssen folgen
(dmb) Der Bundestag hat heute das „Gesetz zur Abmilderung der Folgen der COVID-19-Pandemie im Zivil-, Insolvenz- und Strafverfahrensrecht“ verabschiedet. Mieterinnen und Mieter, die aufgrund der COVID-19-Pandemie im Zeitraum von April bis Juni 2020 ihre Miete nicht oder nicht vollständig zahlen können, sind ab April 2020 bis Ende Juni 2022 vor der Kündigung ihrer Mietverträge wegen Zahlungsverzugs sicher. „Die schnelle Umsetzung des von uns geforderten Kündigungsausschlusses freut uns sehr. Die Mieterschaft ist vor dem Verlust ihrer Wohnung und ihrer Gewerberäume zunächst geschützt. Das ist in der momentanen Situation das Allerwichtigste“, kommentiert der Präsident des Deutschen Mieterbundes (DMB), Lukas Siebenkotten, das neue Gesetz.

„Die Zeit bis zur nächsten Sitzung des Parlaments - voraussichtlich im April 2020 - muss jetzt genutzt werden, um notwendige Korrekturen und Verbesserungen vorzunehmen“, so Siebenkotten. „Insbesondere muss ausdrücklich klargestellt werden, dass die Nachzahlung der ausgefallenen Miete an den Vermieter vor Juni 2022 nicht nur vor der fristlosen, sondern auch vor der ordentlichen Kündigung schützt. Mieterinnen und Mieter dürfen nicht mit Verzugszinsen belastet werden, wenn sie bis Juni 2022 die Miete nachzahlen. Außerdem ist der vorgesehene Dreimonatszeitraum zu kurz, er sollte auf mindestens sechs, besser zwölf Monate verlängert werden, und zwar ohne dass es dafür eines weiteren Beschlusses des Bundestages bedarf. Selbst wenn die Pandemie vorher endet, haben Mieterinnen und Mieter mit Sicherheit deutlich länger mit den wirtschaftlichen Folgen zu kämpfen.“

Als notwendige Ergänzung zum jetzt verabschiedeten Kündigungsschutz fordert der Deutsche Mieterbund gemeinsam mit dem Gesamtverband der deutschen Wohnungswirtschaft (GdW) die Einrichtung eines „Sicher-Wohnen-Fonds“. Dieser soll die Miete bei COVID-19-bedingtem Ausfall als Zuschuss oder zinsloses Darlehen übernehmen und an den Vermieter auszahlen, um so das Verhältnis zwischen Mieter und Vermieter nicht zu belasten. „Ohne finanzielle Unterstützung werden von der Krise gebeutelte Mieter, kleine Selbstständige, aber auch viele Gewerbetreibende, nach der Pandemie den Rückstand nicht oder allenfalls nur teilweise ausgleichen können. Daher muss dieser Solidarfonds, den inzwischen immer mehr Verbände und PolitikerInnen befürworten, jetzt schnell und unbürokratisch eingerichtet werden“, erklärt Siebenkotten.

Quelle: www.mieterbund.de

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„Würde gerne raus hier“
Sitzt in New York fest: Deutsche berichtet, wie dramatisch Lage dort wirklich ist

https://videos3.focus.de/binary/2020/3/27/17/1497266805843-9777mu/FTVCS_NYC_Vinocur_final-1585327265408.mp4

Die Psychologin Danielle Vinocur lebt und arbeitet seit Jahren in New York. Hier trifft die Corona-Krise die USA besonders hart. Über 30.000 Infizierte gibt es bis jetzt im Big Apple - die Zahlen steigen täglich drastisch an. Vincour berichtet, wie sie die Situation in New York erlebt und wie sich die Stadt verändert hat.

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„Home Office wird zu Todesfällen führen“: Mediziner warnen vor Bewegungsmangel


Die Arbeit im Home Office birgt ihre eigenen Risiken

Wer im Home Office bleiben darf, lebt sicherer? Könnte man meinen: Es gibt keine Unfälle auf dem Arbeitsweg und die Ansteckungsgefahr durch das Coronavirus ist ebenfalls minimiert. Jetzt aber warnen renommierte Sportmediziner: Die Arbeit von zuhause birgt ganz eigene Gefahren.

Führende deutsche Sport- und Bewegungsmediziner warnen vor gesundheitlichen Langzeitschäden, die durch die Ausgangsbeschränkungen in der Corona-Krise entstehen könnten. „Das Homeoffice wird infolge reduzierter Bewegung ganz klar zu Todesfällen führen, wenn wir nicht gegensteuern“, sagte der Sportmediziner Rüdiger Reer von der Universität Hamburg zur „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (F.A.Z.).

Wer jetzt zuhause bleiben müsse, sei vielleicht sicher vor dem Coronavirus, es steige jedoch die Gefahr eines Herzinfarkts. „Es darf nicht nicht passieren, dass man Menschen vor einem Risiko schützen will und sie zugleich einem anderen aussetzt“, sagte Reer. Es müsse deshalb vermieden werden, dass die Ausgangsbeschränkungen noch verschärft werden.

„Da greifen die Menschen dann leider zu Ersatzdrogen“
Die Menschen bewegten sich ohnehin nur wenig zu Fuß, moniert Reer, etwa 500 Meter pro Tag. In der momentanen Lage sinke dieser Wert noch einmal deutlich.

Die fehlenden Glückshormone, die durch sportliche Betätigung ausgeschüttet werden, wirkten außerdem zusätzlich belastend. „Da greifen die Menschen dann leider zu Ersatzdrogen wie Alkohol, Tabak oder übermäßigem Essen.“ Gerade für Kinder sei regelmäßiger Schul- und Mannschaftssport auch psychosozial wichtig.

Was Menschen jetzt tun sollten
Der Remscheider Sportmediziner Herbert Löllgen empfiehlt daher mindestens, alle halbe Stunde einmal aufzustehen. Turnübungen, Treppensteigen und Bewegung im Freien, die nach wie vor erlaubt ist, seien ebenfalls wichtig, sagte Löllgen der F.A.Z.

Besonders empfehlenswert: das Radfahren. „Denn wer täglich Rad fährt, ist deutlich fitter und hat deutlich bessere medizinische Werte als andere“, sagte Löllgen. Auch eine Umstellung der Ernährung könne helfen: Mehr Obst und Gemüse, weniger Fett und Kohlenhydrate – und nur noch einmal die Woche Fleisch.

Quelle: www.focus.de

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360.000 Anträge in nur wenigen Tagen: Mega-Ansturm auf Finanzhilfen für Unternehmen

https://videos3.focus.de/binary/2020/3/17/10/1497266805843-9777mu/Andreas_Beck-1584441166996.mp4
Die Krise nutzen: So bauen Sie das sicherste Depot aller Zeiten

Die rasante Ausbreitung des Coronavirus hat die Börsen weltweit auf eine Achterbahnfahrt geschickt. Genauer gesagt: Eine Fahrt mit vielen steilen Gefällen, nach oben ging es nur bedingt. Derweil schnüren Politiker und Banken immense Hilfspakete, um den Schaden zu begrenzen. Verfolgen Sie alle Entwicklungen im News-Ticker von FOCUS Online.

360.000 Anträge in nur wenigen Tagen: Mega-Ansturm auf Finanzhilfen für Unternehmen
Samstag, 28. März, 09.18 Uhr: Firmen in Deutschland, vor allem aus Bayern, beantragen in großer Zahl die von der Bundesregierung beschlossenen Milliarden-Hilfen wegen der Corona-Krise. Bei den zuständigen Stellen seien binnen weniger Tage mindestens 360 000 Anträge auf Soforthilfe von Selbstständigen und Kleinunternehmern eingegangen, berichtete die «Bild»-Zeitung unter Berufung auf eine Umfrage unter den Bundesländern. Es seien bereits 138,5 Millionen Euro zur Zahlung angewiesen worden.

Den Großteil machten demzufolge Zahlungen aus Bayern aus. Über seine Landeshilfen habe der Freistaat bereits gut 115 Millionen Euro an kleine Unternehmer überwiesen, die diese nicht zurückzahlen müssen. In Brandenburg wurden 2,5 Millionen Euro bewilligt, in Berlin gingen Anträge in Höhe von 20 Millionen Euro ein. Niedersachsen habe am Freitag eine Millionen Euro ausgezahlt.

EZB rät Banken zu Verzicht auf Dividenden in Corona-Krise
22.59 Uhr: Die Europäische Zentralbank hat die Banken im Euroraum gebeten, während der Corona-Pandemie keine Dividenden an ihre Aktionäre zu zahlen. Die Empfehlung gelte mindestens bis zum 1. Oktober 2020 und betreffe Ausschüttungen für die Geschäftsjahre 2019 und 2020, teilte die Notenbank am Freitag mit. In diesem Zeitraum sollten die Kreditinstitute auch keine eigenen Aktien zurückkaufen. Ziel der Empfehlung sei es, die Fähigkeit der Banken zu stärken, Verluste zu verkraften sowie die Kreditvergabe an private Haushalte und an Unternehmen zu unterstützen.

Der Bundesverband deutscher Banken hält die EZB-Empfehlung in der aktuellen Krisensituation für vertretbar. "Banken müssen in dieser außergewöhnlichen Krise an der Seite ihrer Kunden stehen", sagte der Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, Christian Ossig. "Dazu gehört auch, dass die Institute verantwortungsvoll mit ihren Kapitalreserven umgehen." Es müsse sich bei der Vorgabe der Bankenaufsicht aber um eine Ausnahme handeln. Bereits am Dienstag hatte die Finanzaufsicht Bafin Banken zur Zurückhaltung bei der Ausschüttung von Dividenden und Boni aufgefordert.

Trump will General Motors zur Produktion von Beatmungsgeräten zwingen
Topmeldung (21.16 Uhr): Um den Autobauer General Motors zur Produktion von Beatmungsgeräten zu zwingen, hat US-Präsident Donald Trump ein Kriegswirtschaftsgesetz aktiviert. General Motors (GM) habe in der Corona-Krise "Zeit verschwendet", so Donald Trump am Freitag. Er setze deswegen den sogenannten "Defence Production Act" ein. Das Gesundheitsministerium könne damit von General Motors verlangen, Regierungsaufträge für Beatmungsgeräte "anzunehmen, auszuführen und ihnen Vorrang einzuräumen".

Das Gesetz wurde 1950 während des Koreakriegs beschlossen. Mit ihm kann die US-Regierung in Krisenzeiten Unternehmen verpflichten, bestimmte Aufträge anzunehmen. Trump hatte das Gesetz bereits vor zehn Tagen ins Gespräch gebracht, war vor einer tatsächlichen Anwendung zunächst aber zurückgeschreckt.

Zuletzt war der Druck auf den Präsidenten gewachsen, dieses Mittel angesichts des Mangels an medizinischem Material einzusetzen. Trump ist wiederholt vorgeworfen worden, nicht entschlossen genug gegen die Pandemie vorzugehen.

"Das heutige Vorgehen wird helfen, eine schnelle Produktion von Beatmungsgeräten sicherzustellen, die Leben von US-Bürgern retten werden", erklärte Trump am Freitag. Bisherige Verhandlungen mit GM seien zwar "produktiv" gewesen; der Kampf gegen das Coronavirus sei aber zu dringlich, um bei der Auftragsvergabe weiterhin den "normalen Weg" zu gehen.

IWF: Globalkonjunktur bereits in Rezession
Topmeldung (17.45 Uhr): Die Weltwirtschaft befindet sich nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) wegen der Coronavirus-Pandemie schon in einer Rezession. Die Wirtschaft in den USA und weiteren reichen Ländern schrumpfe bereits, sagte IWF-Chefin Kristalina Georgiewa am Freitag. Die Weltwirtschaft werde wegen des Virus in diesem Jahr eine "schwere" Rezession erleben, warnte Georgiewa. Im kommenden Jahr werde die Wirtschaft wieder wachsen, sagte sie.

Der IWF könne bis zu einer Billion US-Dollar (900 Mrd Euro) einsetzen, um Mitgliedsstaaten mit Krediten zu unterstützen, sagte Georgiewa. Dafür gebe es bereits 81 Anfragen von Entwicklungs- und Schwellenländern.

Der IWF hatte bereits am Montag gewarnt, dass die Weltwirtschaft dieses Jahr eine Rezession erleben werde, die mindestens so schlimm sein werde wie jene infolge der globalen Finanzkrise 2008/09. Eine Rezession wird normalerweise als zwei Quartale negativen Wachstums definiert. Der IWF will im April detailliertere Prognosen zur globalen Wirtschaftsentwicklung vorstellen.

Tui bekommt Staatskredite in Milliardenhöhe
18.09 Uhr: Der Reisekonzern Tui soll im Kampf gegen den Einbruch seines Geschäfts wegen der Corona-Pandemie staatliche Hilfskredite über 1,8 Milliarden Euro bekommen. Man habe nach der Beantragung nun eine entsprechende Zusage der Bundesregierung erhalten, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Das Darlehen laufe über die Förderbank KfW. Mit dem Geld soll eine weitere Kreditlinie des Konzerns im Wert von 1,75 Milliarden Euro aufgestockt werden. Weil hierzu auch bestehende Verträge geändert werden müssen, sei noch die Zustimmung weiterer Banken nötig, hieß es.

"Tui hat sich zur Beantragung des KfW-Kredits entschlossen, um die beispiellosen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie abzufedern, bis der normale Geschäftsbetrieb wieder aufgenommen werden kann", betonte der weltgrößte Touristikanbieter. Das Unternehmen dürfe während der Laufzeit des neuen Darlehens keine Dividenden auszahlen. Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums in Berlin sagte, er könne bestätigen, dass die Bundesregierung den ersten großvolumigen Kreditantrag aus dem KfW-Sonderprogramm bewilligt habe.

In den vergangenen Tagen hatte sich die Staatshilfe für Tui bereits angedeutet, der Konzern wollte dem Vernehmen nach aber noch die formelle Zustimmung von Bundestag und Bundesrat zu den Programmen der Regierung abwarten. Am Freitag hatte nun auch die Länderkammer grünes Licht gegeben.

Dax fällt um 3,68 Prozent - Wochenplus von Prozent
17.50 Uhr: Vor dem Wochenende sind die Anleger am deutschen Aktienmarkt nach der jüngsten Erholung vom Corona-Crash wieder vorsichtiger geworden. Die Anleger scheuten am Freitag das Risiko, so dass der Dax 3,68 Prozent tiefer bei 9632,52 Punkten schloss. Die 10.000-Punkte-Marke, die der deutschen Leitindex am Vortag noch hinter sich gelassen hatte, rückte nun wieder in die Ferne.

Quelle: www.focus.de

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Hedgefonds-Manager hat mit Corona-Crash 2,6 Milliarden Dollar eingestrichen

Bill Ackman gehört zu den aggressivsten Investoren weltweit. Er hat früh auf einen Börsenabsturz gewettet - und damit viel Geld gemacht.



Wohl kein anderer Mensch hat mit den Folgen der Coronakrise so viel verdient wie William "Bill" Ackman. Der Gründer des vielleicht aggressivsten Investmentfonds der Welt, Pershing Square Capital, hat mit einer gigantischen Wette auf einen Börsenabsturz 2,6 Milliarden Dollar verdient.

Das geht aus einer Mitteilung des Fonds hervor. Pershing Square Capital hat im März eine Rendite von acht Prozent erzielt. Im gleichen Zeitraum verloren die Weltbörsen fast 20 Prozent.

Seit vielen Jahren ist Ackman in der Finanzszene für seine grenzenlose Gier bekannt. In den vergangenen Jahren versetzte er Unternehmenschefs auf der ganzen Welt in Angst und Schrecken: Als sogenannter aktivistischer Investor kaufte er sich im großen Stil bei Unternehmen ein und setzte diese massiv unter Druck, mit dem Ziel Kosten zu senken, Margen zu erhöhen und Synergien zu heben. Denn all das sorgt in der Regel für einen kräftigen Anstieg des Aktienkurses. "Bill Ackman zerstört Unternehmen", sagte einmal Starbucks-Gründer Howard Schultz über den Investor.

So groß die Gier, so durchdacht sein Vorgehen. Bei fast allen seiner Deals ist das Verlustrisiko überschaubar. So war es auch diesmal: Ackman nahm gerade einmal 27 Millionen Dollar in die Hand, um seine Wette zu platzieren. Für das Geld kaufte Ackman spezielle Kreditversicherungspapiere, deren Preise steigen, je wahrscheinlicher der Kredit eines Unternehmens ausfällt. Die Wette ging auf: Die Coronakrise legt derzeit ganze Volkswirtschaften lahm, die Kreditausfallrisiken der Unternehmen steigen immens.

Fast kein Risiko
"Der Weg der Absicherung war fast risikolos", sagte Ackman in einem Interview dem US-Sender CNBC. "Wenn die Welt stabil geblieben wäre, hätten wir 25 Millionen Dollar verloren. Und wenn nicht, hätten diese Sicherungsgeschäfte unser gesamtes Portfolio geschützt."

Zuletzt hatte das US-Wirtschaftsmagazin das Vermögen des Mannes mit dem schlohweißen Haar auf rund 1,7 Milliarden Dollar geschätzt. Ackman stammt aus einer New Yorker Immobiliendynastie. Nach seinem Geschichts- und Wirtschaftsstudium in Harvard begann er eine Karriere als Investor.

Ackman ist mit seinen Wetten auf den Corona-Crash nicht allein. Viele Hedgefonds verzeichnen trotz Börsencrashs derzeit hohe Gewinne. Der Brite Robin Odey etwa hat mit aggressiven Wetten gegen Fracking-Ölfirmen und den Elektroautohersteller Tesla viel Geld verdient. Das dürfte aber nur ein Bruchteil dessen sein, was Ackman nun eingestrichen hat.

Die Gewinne hat der Hedgefonds-Manager inzwischen reinvestiert. Die Beteiligungen seines Fonds hat er aufgestockt, darunter an Starbucks, Hilton und Berkshire Hathaway. In einem Interview mit dem TV-Sender Bloomberg betonte er, dass er mit diesen Schritten nicht auf den Schaden anderer wette: "Das ist ungefähr das bullishste, was wir je gemacht haben. Wir haben nur Kaufpositionen. Keine Leerverkäufe, wir wetten auf das Land."

Quelle: www.spiegel.de

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COVID19 CORONA Wirtschaft / Wie Kurzarbeit funktioniert
« am: März 27, 2020, 23:11:32 Nachmittag »
Wie Kurzarbeit funktioniert


Die Autokonzerne und ihre Zulieferer kennen das Instrument der Kurzarbeit gut - jetzt sind viele betroffen, für die Staatshilfe noch nie Thema war.

Die deutsche Variante gilt als gutes Überlebens-Modell bei Krisen, führt aber zu Unsicherheit bei Arbeitnehmern. Was Arbeitgeber und Beschäftigte jetzt wissen müssen.

Von Henrike Roßbach, Berlin

Die Corona-Krise hat die Wirtschaft im Griff. Fabriken stehen still, auch Handels- und Dienstleistungsunternehmen spüren die Krise. Läden und Restaurants sind geschlossen, Veranstaltungen abgesagt. Entlassungen scheuen viele Betriebe trotzdem. Auch, weil sie keine wertvolle Zeit mit der Suche nach Personal verlieren wollen, wenn es irgendwann wieder bergauf geht. Viele setzen deshalb auf Kurzarbeit. Aber was bedeutet Kurzarbeit eigentlich ganz genau? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Wer kann Kurzarbeit beantragen?
Jeder Betrieb mit mindestens einem Beschäftigten und einem "erheblichen Arbeitsausfall". Was als erheblich gilt, wurde von der Politik zuletzt gelockert: Seit 1. März und bis Ende des Jahres reicht es, dass mindestens zehn Prozent der Belegschaft ein arbeitsausfallbedingtes Entgeltminus von mehr als zehn Prozent ihres Bruttolohns haben. Unternehmen müssen ihre Kurzarbeitspläne bei ihrer lokalen Arbeitsagentur "anzeigen". Wird der Antrag bewilligt, müssen sie die Auszahlungen für ihre Mitarbeiter berechnen. Sie zahlen dann Gehalt plus Kurzarbeitergeld aus und bekommen letzteres von der Bundesagentur für Arbeit (BA) erstattet.

Was bedeutet das für die Beschäftigten?
Sie verdienen weniger. Zum einen bekommen sie weiterhin das Entgelt, das ihrer verbliebenen Arbeitszeit entspricht. Also beispielsweise das halbe Gehalt, wenn in ihrer Abteilung nur noch halb so viel gearbeitet wird. Die Lücke füllt das Kurzarbeitergeld, es ersetzt allerdings nur 60 Prozent des entgangenen Lohns, bei Eltern 67 Prozent. Formal wird dafür die Differenz zwischen dem eigentlichen Gehalt ("Soll-Entgelt") und dem gekürzten Gehalt ("Ist-Entgelt") berechnet. Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Leistungsprämien oder Boni zählen nicht mit. Aber: Als "Soll-Entgelt" werden nur Einkünfte bis zur Beitragsbemessungsgrenze für die Renten- und Arbeitslosenversicherung berücksichtigt. Die liegt im Westen bei 6900 und im Osten bei 6450 Euro im Monat. Wer also auch als Kurzarbeiter mehr als das verdient, bekommt kein Kurzarbeitergeld. Wer normalerweise über der Grenze liegt, kurzarbeitsbedingt aber darunter rutscht, bekommt nicht die volle Lohnlücke berücksichtigt.

Ist das nicht ungerecht?
Das Arbeitsministerium erklärt, auch der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung müsse nur auf Einkünfte bis zur Beitragsbemessungsgrenze gezahlt werden. Und das Arbeitslosengeld funktioniert genauso.

Was ist, wenn jemand von seinem Kurzarbeitslohn nicht leben kann?
Die Bundesregierung hat den Zugang zur Grundsicherung, also Hartz IV, gelockert. Wer zum Beispiel aufstocken muss, braucht fürs Erste keine Vermögensprüfung mehr über sich ergehen zu lassen; auch die Wohnung gilt grundsätzlich als angemessen. Außerdem können sich Kurzarbeiter in Branchen mit Arbeitskräftemangel - etwa im Handel, Gesundheitswesen oder der Landwirtschaft - etwas dazuverdienen, ohne dass ihnen das voll auf ihr Kurzarbeitergeld angerechnet wird. Ohnehin kann die Arbeitsagentur jeden Kurzarbeiter in eine andere "zumutbare Arbeit" vermitteln; als Zweitjob oder dauerhaft.

Was gilt für Teilzeitkräfte? Deren Arbeitszeit ist ja schon "verkürzt".
Laut BA kann das jede Firma für sich entscheiden, ob etwa eine Arbeitszeitverkürzung von 50 Prozent auch die Arbeitsstunden von Teilzeitkräften um 50 Prozent verringert - oder ob es für jemanden mit halber Stelle bei der halben Stelle bleibt. Ohnehin muss Kurzarbeit nicht für alle Mitarbeiter angemeldet werden, sondern nur für die mit tatsächlichem Arbeitsausfall.

Und Mini- oder Midijobber, Leiharbeiter und Azubis?
Bei Minijobbern liegt keine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vor, bei Midijobbern schon. Leiharbeiter sind durch die neuen Krisenregelungen in den Kreis der Berechtigten aufgenommen worden. Azubis haben auch bei Kurzarbeit sechs Wochen Anspruch auf ihre Vergütung.

Kann der Arbeitgeber Kurzarbeit einfach so anordnen?
Nein, er muss mit dem Betriebsrat eine Vereinbarung treffen. Ohne Betriebsrat muss jeder einzelne Arbeitnehmer zustimmen.

Wie entlastet Kurzarbeit die Unternehmen eigentlich genau?
Sie können ihre Arbeitskosten so senken, wie es den Produktionsausfällen entspricht, ohne dafür Mitarbeiter entlassen zu müssen. Außerdem müssen sie derzeit, auch das ist eine der beschlossenen Lockerungen, auf entfallene Entgelte keine Sozialbeiträge zahlen. Die übernimmt die BA.

Warum stocken nicht alle Unternehmen das Kurzarbeitergeld freiwillig auf?
Die Gewerkschaften fordern das in der Tat; auch aus der SPD kommen solche Stimmen. In einigen Branchen und Konzernen sorgen tarifliche Vereinbarungen auch schon für solche Zuschläge. Die Wirtschaft aber sagt, Kurzarbeit sei kein Geschenk, von dem sie den Arbeitnehmern etwas abgeben müssten, sondern schlicht die Alternative zu Entlassungen. Tatsächlich bekommen die Betriebe ja selbst mit der kompletten Erstattung der Sozialbeiträge kein Geld geschenkt - sie müssen lediglich keine Abgaben mehr zahlen auf Arbeitsstunden, die nicht stattgefunden haben. Das Problem für viele Firmen ist zudem, dass eine Aufstockung die finanzielle Entlastung durch die Kurzarbeit gleich wieder schmälern würde, während sie große Liquiditätsprobleme haben.

Kann die BA sich das alles leisten?
Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sagt: ja. Die BA hat Reserven von 26 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Die Finanzkrise hat sie 24 Milliarden gekostet. Die Bundesregierung rechnet derzeit damit, dass die Corona-Krise für 2,35 Millionen Kurzarbeiter sorgen wird. Die Mehrkosten für die BA durch die jüngsten Erleichterungen beziffert sie auf 10,05 Milliarden Euro.

Dürfen auch Unternehmen die erleichterten Kurzarbeitsregeln nutzen, die vor Kurzem erst teure Aktienrückkaufprogramme aufgelegt haben?
Die kurze Antwort lautet: ja. Denn das Kurzarbeitergeld ist, das macht das Arbeitsministerium deutlich, eine Versicherungsleistung. Einzige "Tatbestandsvoraussetzung" sei ein vorübergehender, nicht vermeidbarer Arbeitsausfall aus wirtschaftlichen Gründen oder wegen eines "unvermeidbaren Ereignisses", der zu Entgeltausfällen führt. "Die finanzielle Lage des Unternehmens ist in diesem Zusammenhang ohne Bedeutung."

Wie kann ein Unternehmen ohne Zeiterfassung Kurzarbeit einführen?
Derzeit reicht es laut Ministerium, die Gründe für den Arbeitsausfall "plausibel" vorzutragen, durch "einfache Nachweise". Auf die Arbeitszeiterfassung komme es nicht an. Am Ende aber, bei der Abrechnung mit der BA, ist es an den Arbeitgebern, "stundenweise darzulegen, ob die Arbeitnehmer gearbeitet haben oder ein Arbeitsausfall vorlag". Betriebe dürfen also bloße Einnahmeausfälle nicht mit einem tatsächlichen Arbeitsausfall verwechseln.

Für wie lange kann ein Unternehmen Kurzarbeit beantragen?
Aktuell für zwölf Monate. Wird zwischendrin längere Zeit wieder normal gearbeitet, verlängert sich die Bezugsdauer.

Was ist mit Rentnern und Pensionären, die noch arbeiten?
Das Arbeitsministerium verweist darauf, dass nur versicherungspflichtig Beschäftigte Anspruch auf Kurzarbeitergeld haben. Wer die Regelaltersgrenze erreicht hat, ist in der Arbeitslosenversicherung aber grundsätzlich versicherungsfrei. Keine Versicherung, kein Kurzarbeitergeld.

Quelle: www.sueddeutsche.de

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