Ava Trader - Unsere Top Broker Empfehlung!

Siemens bringt Corona-Massentest auf den Markt

*

Forexperts

  • *****
  • Beiträge: 153
    • Profil anzeigen
Siemens bringt Corona-Massentest auf den Markt
« am: April 04, 2020, 11:11:42 Vormittag »
Siemens bringt Corona-Massentest auf den Markt



Die Tochter des Konzerns, Siemens Healthineers, hat bereits mit der Auslieferung begonnen. Zunächst nur zu Forschungszwecken, aber eine schnelle kommerzielle Zulassung ist in Sicht. Der Test soll Ergebnisse in drei Stunden ermöglichen.

Siemens steigt in die Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie ein. Der zur Siemens-Gruppe gehörende führende deutsche Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers hat nach eigenen Angaben bereits mit der Auslieferung von Testkits zur Erkennung des Coronavirus in der Europäischen Union zumindest für erste Forschungszwecke begonnen.

Den Angaben zufolge wurde zudem eine sogenannte Notfall-Zulassung bei der Weltgesundheitsorganisation WHO sowie bei der US-Gesundheitsbehörde FDA für den klinischen Einsatz beantragt. Damit soll der Test möglichst schnell in Laboren und Kliniken verfügbar sein. Wenn diese Genehmigungen vorlägen, sei die kommerzielle Einführung in den USA und Europa geplant.

„Der Siemens Healthineers-Test soll Forschern helfen, den Virus in weniger als drei Stunden positiv zu identifizieren“, heißt es in einer Stellungnahme von Sebastian Kronmüller, Leiter der Molekulardiagnostik. Dann könnten die medizinischen Fachkräfte so schnell wie möglich die nächsten Behandlungsschritte einleiten.

Der zu 85 Prozent zu Siemens gehörende, börsennotierte Medizintechnikkonzern zielt mit seinen Tests auf Großanwendungen und nicht auf eher kleinere Mengen ab. So hatte Bosch jüngst einen Coronavirus-Schnelltest angekündigt, der wohl eher für Arztpraxen, aber nicht für Massentests zugeschnitten ist. Ein persönlicher Corona-Schnelltest für zu Hause der wie ein Schwangerschaftstest ohne Arzt funktioniert, ist ohnehin noch nicht auf dem Markt.

Das Siemens-Testkit basiert auf dem auch von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen PCR-Analyseverfahren (Polymerase Chain Reaction) und ist nach Angaben eines Sprechers unabhängig vom Gerätehersteller. Ein mittleres Labor könne so etwa 1000 Tests pro Tag durchführen. Wie es bei Branchenkennern heißt, kommt mit Siemens Healthineers ein weiterer Anbieter auf den Testkits-Markt, der von den Schwergewichten wie Roche oder Qiagen dominiert wird, die Analysegeräte sowie Testkits anbieten.

Die Experten von Siemens Healthineers sprechen von einem „molekularen Fast Track Diagnostics (FTD) Sars-CoV-2 Assay Testkit“ und umschreiben damit die Reagenzmittel zur Erkennung des Virus und nicht etwa die Medizintechnikgeräte. Der Test wurde bei dem Luxemburger Spezialunternehmen Fast Track Diagnostics entwickelt, das Siemens Healthineers Ende 2017 übernommen hat.

Siemens schaltet 3-D-Drucker für Krankenhäuser frei
Für Siemens Healthineers mit rund 52.000 Beschäftigten weltweit und 14,5 Milliarden Euro Umsatz im Ende September ausgelaufenen Geschäftsjahr ist die sogenannte Molekulardiagnostik, in dem der Coronavirus-Test angesiedelt wäre, noch eine kleine Sparte mit insgesamt wenigen Hundert Beschäftigten.

Über die Coronavirus-Tests hinaus dürfte die Pandemie aber zu Nachfrage bei dem Medizintechnikkonzern führen. So teilte das Unternehmen kürzlich mit, dass seine Blutgastestsysteme, die im Kampf gegen die Covid-19-Erkrankung bei der Beatmung von Patienten eingesetzt werden, in den USA die Zulassung erhalten haben.

Dieses Blutgasanalysesystem (RapidPoint 500e) wurde bereits im August 2019 in Europa eingeführt, als noch niemand von einer Coronavirus-Gefahr sprach. Nun liefere das System wertvolle Hilfe zur Diagnose und Überwachung schwer kranker Patienten auf der Intensivstation, im Operationssaal oder in der Notaufnahme. Die Systeme könnten jetzt auch zur Überwachung von Atemnot eingesetzt werden, weil sie Aufschluss über den Sauerstoff- und Kohlenstoffgehalt des Blutes eines Patienten liefern.

Jüngst erklärte Bernd Montag, der Chef von Siemens Healthineers, dass es durch die Pandemie auch ein „deutlich gesteigertes Interesse“ an bildgebenden Geräten gebe, etwa Computertomografen, Röntgen- oder Ultraschallgeräten. Zudem arbeite das Unternehmen an künstlicher Intelligenz, um damit schnell Schädigungen der Lunge auf Computertomografenaufnahmen zu erkennen. Über Digitaltechnik könnte die Auswertung ortsunabhängig vorgenommen werden.

Nicht nur der Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers, sondern auch der Mutterkonzern Siemens ist vielfältig in die Bekämpfung der Corona-Pandemie eingestiegen. So wurden Gesichtsschutzmasken geliefert. Zudem wurde ein Siemens-Netzwerk für den 3-D-Druck geöffnet, damit schnell und unkompliziert Ersatzteile für Beatmungsgeräte oder Gesichtsschutzmasken gedruckt werden können. Krankenhäuser könnten Aufträge erteilen.

Quelle: www.welt.de