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Gutachten führender Institute "Wirtschaft unter Schock"

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Gutachten führender Institute "Wirtschaft unter Schock"
« am: April 08, 2020, 10:10:25 Vormittag »
Gutachten führender Institute "Wirtschaft unter Schock"



Knapp sechs Prozent Arbeitslosenquote und eine schwerwiegende Rezession: Das ist das Szenario für Deutschland, das die Wirtschaftsweisen in ihrem Frühjahrsgutachten als Folge der Corona-Krise entwerfen.

Die Bremsspuren werden nicht zu übersehen sein: Aus Sicht führender Wirtschaftsforschungsinstitute löst die Corona-Krise eine schwerwiegende Rezession in Deutschland aus. "Wirtschaft unter Schock" ist der Titel des Frühjahrsgutachtens, das die Institute am Vormittag vorstellen.

Die Nachrichtenagentur dpa, der das Papier vorab vorlag, sagen die Experten darin ein Schrumpfen des Bruttoinlandsprodukts um 4,2 Prozent in diesem Jahr vorher.

Die schweren wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise werden laut der Prognose zudem deutliche Spuren auf dem Arbeitsmarkt hinterlassen. In der Spitze werde die Arbeitslosenquote auf 5,9 Prozent und die Zahl der Kurzarbeiter auf 2,4 Millionen hochschnellen.

Noch schlimmer als in der Finanzkrise?
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte vor kurzem gesagt, es müsse mit tiefen Einschnitten beim Wirtschaftswachstum gerechnet werden. Diese würden mindestens so stark, wenn nicht stärker als in der Finanzkrise 2009. Damals war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 5,7 Prozent zurückgegangen.

Ende März hatten die "Wirtschaftsweisen" in einem Sondergutachten als derzeit wahrscheinlichstes Szenario einen fünfwöchigen "Shutdown" und eine anschließende kurze Erholungsphase unterstellt. Für diesen Fall würde das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands 2020 um 2,8 Prozent schrumpfen, um im folgenden Jahr gleich wieder um 3,7 Prozent zuzulegen.

Knapp zehn Prozent weniger Wachstum in einem Quartal
Bereits im ersten Quartal 2020 dürfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorquartal geschrumpft sein, erwarten die Institute. Das Statistische Bundesamt will die erste Schätzung zum ersten Quartal am 15. Mai vorlegen.

Im zweiten Quartal bricht es dann laut Gutachten als Folge des "Shutdowns" um 9,8 Prozent ein. Dies sei der stärkste je seit Beginn der Vierteljahresrechnung im Jahr 1970 gemessene Rückgang in Deutschland und mehr als doppelt so groß wie jener während der Weltfinanzkrise im ersten Quartal 2009.

Für das kommende Jahr sagen die Institute eine Erholung und ein Wachstum von 5,8 Prozent voraus. Die Erholung könnte dem Gutachten zufolge bereits im dritten und vierten Quartal 2020 mit einem BIP-Zuwachs von 8,5 beziehungsweise 3,1 jeweils zum Vorquartal einsetzen.

Geringe Inflation
Weiter heißt es, sowohl die Lohnsumme als auch die Einkommen aus selbstständiger Arbeit und Vermögen werden im laufenden Jahr zurückgehen. Gedämpft werde diese Entwicklung durch einen beschleunigten Anstieg von Sozialleistungen infolge steigender Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit.

Zum Vorteil der Privathaushalte wirkt sich aus, dass der Preisauftrieb nicht allzu groß ausfällt. Dafür sorgt speziell der Absturz der Rohölpreise. Die Verbraucherpreise werden in diesem Jahr laut Gutachten nur um 0,6 Prozent steigen.

Quelle: www.tagesschau.de